Medienbericht
Abgestürzter Learjet flog zu enge Kurve

Drei Monate nach der Kollision eines Learjets mit einem Eurofighter geben Ermittler ihre Erkenntnisse zur Unfallursache bekannt. Laut einem Medienbericht hat der Pilot des Zivilflugzeugs einen Fehler gemacht hat.
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Berlin/DüsseldorfDer Zusammenstoß eines Learjets mit einem Eurofighter im Juni über dem Sauerland geht einem Medienbericht zufolge wohl auf einen Fehler des zivilen Piloten zurück. Der Learjet sei eine zu enge Linkskurve geflogen, wodurch er mit dem Eurofighter der Bundeswehr kollidierte, berichtet die „Süddeutsche Zeitung“ (Mittwochausgabe). Das gehe aus einem Zwischenbericht der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) hervor, der der Zeitung vorliege.

Die Behörde will ihren Erkenntnisstand zu dem Unfall mit zwei Toten am Mittwoch im Laufe des Vormittags auf ihrer Internetseite veröffentlichen. Das kündigte ein Sprecher auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa an.

Die an einer Routine-Übung beteiligte Privatmaschine war am 23. Juni in etwa 2500 Metern Höhe mit einem Eurofighter der Luftwaffe kollidiert und in unmittelbarer Nähe von Häusern der Ortschaft Olsberg-Elpe abgestürzt. Die beiden Insassen des Learjets, die ehemalige Militärpiloten waren, kamen ums Leben.

Bei der Übung sollte die Situation simuliert werden, dass eine zivile Maschine ohne Funkverbindung in den deutschen Luftraum eintritt und von einem vorausfliegenden Eurofighter zum Landen gebracht werden soll.

Bereits wenige Tage nach der Kollision des aus Schleswig-Holstein stammenden zivilem Flugzeugs mit einer Bundeswehrmaschine ging die Luftwaffe von einem Fehler des Learjet-Piloten aus. Da bei dem Eurofighter der Außentank abgerissen sei, vermute man, dass die Privatmaschine zu dicht von unten an den Kampfjet herangeflogen sei, sagte Ende Juni ein Sprecher der Luftwaffe in Berlin.

Wie die „Süddeutsche Zeitung“ weiter berichtet, sei der Kampfjet eine Linkskurve geflogen, während der Learjet zunächst leicht nach rechts steuerte und dann ebenfalls in eine Linkskurve gegangen sei. Laut der Aufzeichnungen des „Cockpit Voice Recorders“ habe der Kopilot des Learjets zu dem Zeitpunkt gesagt: „Kannst du mal nehmen, ich kann den nicht mehr sehen.“ Zehn Sekunden später habe der Rekorder dumpfe Geräusche aufgezeichnet, bevor die Aufzeichnung nach einer Sekunde stoppte.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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