Mehrere Tote
Schweres Erdbeben erschüttert Japan

Eine Erschütterung der Stärke 7 auf der Richterskala hat am Samstag den Nordosten Japans getroffen. Laut Medienangaben wurden mehr als 100 Menschen bei dem Erdbeben verletzt, mindestens drei kamen ums Leben. In einem Atomkraftwerk in Fukushima kam es zu leichten Zwischenfällen.

HB TOKIO. Mindestens drei Menschen sind am Samstag bei einer Erschütterung der Stärke 7 im Nordosten des Landes ums Leben gekommen. Mehr als hundert Menschen wurden verletzt, wie Medien unter Berufung auf Behörden in den besonders betroffenen Provinzen Iwate und Miyagi meldeten. An mehreren Orten gingen Erdrutsche nieder, Straßen wurden verschüttet und rissen auf, Brücken stürzten ein, Autobahnen waren unpassierbar, Eisenbahnstrecken unterbrochen. Viele Häuser wurden schwer beschädigt. Auch in der 350 Kilometer vom Zentrum des Bebens entfernten Hauptstadt Tokio waren die Erschütterungen von 8.43 Uhr (1.43 Uhr MESZ) zu spüren. Eine Warnung vor Flutwellen gab es nicht.

Bei einem Atomkraftwerk in Fukushima ist eine kleine Menge radioaktives Wasser ausgetreten. Die Betreibergesellschaft erklärte am Samstag in Tokio, 14,8 Liter Wasser seien aus einem Becken ausgetreten, in dem radioaktive Geräte gelagert wurden. Es gehe jedoch keine Gefahr für die Bevölkerung aus. „Die Strahlung des Wasser liegt weit unter dem Level, das möglicherweise die Umwelt in Mitleidenschaft ziehen könnte“, sagte ein Sprecher des Werkes. Das Atomkraftwerk laufe weiter.

In Iwate starb ein 60-Jähriger, als er vor Schreck auf die Straße lief und von einem Auto erfasst wurde. Ein 48-Jähriger wurde von herabstürzenden Felsen getroffen und starb im Krankenhaus. Im benachbarten Fukushima wurde ein 55-jähriger Mann beim Angeln von einem Erdrutsch ins Meer gerissen und ertrank. Die Bevölkerung wurde durch mehrere Nachbeben in Atem gehalten.

Das Zentrum des Bebens lag 100 Kilometer nördlich von Sendai in der Provinz Iwate. Für 29 000 Haushalte fiel der Strom aus. Auch Stunden später waren 18 000 Haushalte noch nicht wieder mit Elektrizität versorgt.

In Kindergärten in Iwate verletzten sich acht kleine Kinder an zerborstenen Fensterscheiben. Auch an anderen Orten wurden Bewohner mit Knochenbrüchen, Verbrennungen und Schnittverletzungen behandelt. 25 Insassen eines Busses erlitten laut Medienberichten durch die Schwankungen meist leichte Verletzungen. Die Behörden forderten Hilfe des Militärs an. Premierminister Yasuo Fukuda räumte den Rettungsmaßnahmen oberste Priorität ein.

Die Eisenbahngesellschaft stellt vorübergehend in der Region Thoku den Betrieb des Hochgeschwindigkeitszuges Shinkansen ein. Auch andere Eisenbahnstrecken waren unterbrochen.

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