Meteorologen ratlos - wie konnte das geschehen?
Im Rekordzeit vom Hurrikan zum Monstersturm

Die Meteorologen raufen sich über Hurrikan „Patricia“ die Haare: In Windeseile mutierte er ohne Vorwarnung zum Rekord-Sturm. Hatte der Klimawandel da seine Finger im Spiel?

WashingtonDer schwere Hurrikan „Patricia“ hat heftigen Regen und bis zu vier Meter hohe Wellen an die mexikanische Pazifikküste gebracht. In der Hafenstadt Manzanillo im Bundesstaat Colima stürzten am Freitagabend (Ortszeit) Bäume und Werbetafeln um. „Das Risiko ist weiterhin hoch“, sagte Innenminister Miguel Ángel Osorio Chong, nachdem der Wirbelsturm in der Bucht von Tenacatita auf Land getroffen war. „Schützen sie sich und folgen sie den Anweisungen des Zivilschutzes“, schrieb Präsident Enrique Peña Nieto auf Twitter.

Der Wirbelsturm der Kategorie 5 ist der bisher schwerste Hurrikan. Nachdem er auf Land getroffen war, erreichte er in den Böen noch immer Windgeschwindigkeiten von bis zu 300 Kilometer pro Stunde, wie der mexikanische Wetterdienst mitteilte. Das Auge des Hurrikan hatte einen Durchmesser von neun Kilometer und zog mit einer Geschwindigkeit von 24 Kilometer pro Stunde in nord-nordöstlicher Richtung ins Landesinnere.

Schwere Schäden aus den Bundesstaaten Jalisco, Colima, Nayarit wurden zunächst nicht gemeldet, wie Zivilschutzchef Luis Felipe Puente sagte. Tausende Menschen suchten Schutz in Notunterkünften oder im Landesinneren. Die Regierung verlegte zahlreiche Soldaten und Polizisten ins Gefahrengebiet. Im ganzen Land wurden Sammelstellen für Sachspenden und Lebensmittel eingerichtet. Binnen nur 30 Stunden mauserte sich Hurrikan „Patricia“ von einem Tropensturm zum Monstersturm der Superlative. Wie ist das möglich?

Bei dem Pazifiksturm kamen einfach die passenden Zutaten zusammen, sagen Experten. Reichlich Warmwasser sorgte für die Energie, die Meteorologen als explosive Intensivierung bezeichnen. Die Luft war viel feuchter als sonst, was „Patricia“ noch mehr Kraft verlieh. Und zugleich fehlten am Donnerstag die höhergelegenen Schwerwinde, die zur Eindämmung der Stärke eines Hurrikans führen. Die Konstellation überrumpelte Meteorologieprofessor Kerry Emanuel vom Massachusetts Institute of Technologie, wie er selbst zugibt. „Ich war wirklich verblüfft.“

Seine Kollegen sind sich einig, dass all dies Spuren von El Niño trägt, jenem Klimaphänomen, das für ungewöhnlich stark steigende Meerestemperaturen sorgt. Doch so nahtlos sich das aktuelle Wetterereignis in die Theorien zur globalen Erwärmung einfügen mag, so müssen die Forscher dennoch einschränken: Den Klimawandel könne man pauschal nicht für den Monsterhurrikan verantwortlich machen - noch nicht, sagen sie.

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