Mexiko
Drogenbaron stirbt bei Schusswechsel

Mexikanische Sicherheitskräfte haben in einem dramatischen Einsatz einen der führenden Drogenbarone erschossen. Arturo Beltrán Leyvas Kartell soll tonnenweise Kokain und Heroin in die USA geliefert haben, er gilt als einer der Schlüsselpersonen im blutigen mexikanischen Drogenkrieg.
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HB CUERNAVACA. Arturo Beltrán Leyvas wurde am Mittwoch von Soldaten der Marine in einer Luxusresidenz in Cuernavaca im Süden des Landes aufgespürt und getötet. Der Schlag gegen den als „Boss der Bosse“ bezeichneten Beltrán Leyva gilt wenige Tage vor Jahresende als Erfolg für Präsident Felipe Calderon in seinem Krieg gegen die Rauschgiftkriminalität. Der Bandenchef, der erst vor fünf Tagen einer Armee-Einheit entkommen war, stand auch in den USA oben auf den Fahndungslisten.

Die Marine sei Beltrán Leyva seit dessen Flucht am Freitag auf der Spur gewesen, berichtete Konteradmiral Jose Luis Vergara. Die Soldaten landeten mit Hubschraubern auf dem Anwesen, auf dem sich der Drogenbaron versteckt hielt. Auf Fernsehbildern war zu sehen, wie sie die Villa in der Dunkelheit umstellten. Akustisch wurden die Aufnahmen vom Feuer aus Gewehren und Granatwerfern untermalt. Sechs Leibwächter Beltrán Leyvas kamen bei dem Einsatz ums Leben, darunter nach Medienberichten auch sein Bruder Mario. Einer der Bodyguards erschoss sich, um seiner Festnahme zu entgehen.

Der 58-jährige Beltrán Leyva, dessen Familie im Nordwesten Mexikos einen schwunghaften Rauschgifthandel betreibt, genoss den Schutz korrupter Polizisten in Mexiko-Stadt und den umliegenden Bundesstaaten. Er konnte sich frei zwischen Villen und Luxuswohnungen bewegen.

Die mexikanische Marine wird zunehmend im Kampf gegen die Drogenmafia eingesetzt, weil sie nach Angaben von Experten über den besseren Nachrichtdienst verfügt. Zudem sollen die Mariner weniger als Heeressoldaten und Polizisten für Korruption anfällig sein. Allein in diesem Jahr wurden im Zusammenhang mit der Rauschgiftkriminalität 7000 Menschen getötet. Gräueltaten einschließlich Folter und Enthauptungen sind an der Tagesordnung.

Kommentare zu " Mexiko: Drogenbaron stirbt bei Schusswechsel"

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  • Und jeder, der diesen Drogen konsumiert, trägt Schuld an den Verhältnissen.
    Also lieber Friedman, Schröder, Daum, Moss. SiE verursachen diese Gräueltaten, SiE tragen persönlich Schuld daran!
    http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2000/1024/vermischtes/0250/index.html

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