Militärunfall
Bundeswehr zieht versunkenen Panzer aus der Elbe

Fast drei Tage nach dem Versinken eines Bundeswehr-Panzers in der Elbe in Sachsen-Anhalt ist der 68 Tonnen schwere Stahlkoloss aus dem Fluss geborgen worden. Der vermisste Panzerfahrer, ein 23-Jähriger, wurde aber wider Erwartungen nicht in dem Panzer gefunden. Nun suchen hunderte Soldaten und Polizisten nach ihm.

HB STENDAL. Am Donnerstagnachmittag zogen Bergungskräfte der Bundeswehr den Kampfpanzer an Land. Das Gefährt wurde mit Hilfe von anderen Panzern geborgen, an dem versunkenen Kampfwagen war eine Stahltrosse befestigt worden.

Der Soldat hatte den Unfall am Montagabend nach ersten Ermittlungsergebnissen verursacht. Der Kampfpanzer vom Typ Leopard 2 sei zu weit nach vorn auf die Militärfähre gerollt, sagte Staatsanwalt Thomas Kramer am Donnerstag. Beim Zurücksetzen habe der Fahrer offenbar statt in den Rückwärts- in den Vorwärtsgang geschaltet und sei mit seinem Fahrzeug in die Elbe gestürzt.

Am Freitagmorgen setzten mehrere hundert Polizisten und Soldaten flussabwärts der Unglücksstelle nahe der Gemeinde Storkau nahe Tangermünde die Suche nach dem Vermissten fort. Auch Taucher hielten sich bereit, hieß es.

Die Staatsanwaltschaft stützt sich bei ihren Ermittlungen vor allem auf die Aussage der Besatzung eines Schützenpanzers vom Typ Marder, die sich zum Zeitpunkt des Unfalls ebenfalls auf der Fähre aufhielt. „Die drei Soldaten saßen auf ihrem Panzer und wurden Zeugen des Geschehens“, sagte Kramer.

Nicht befragt wurden bisher die drei Kameraden des 23-jährigen Panzerfahrers. Die Soldaten saßen Kramer zufolge auf dem Panzer, als dieser in die Elbe stürzte, und konnten sich ans Ufer retten. Sie würden betreut, seien aber noch nicht vernehmungsfähig. „Die Männer müssen erst einmal zu sich kommen“, erklärte der Staatsanwalt.

Wenn die Leiche des Vermissten auftaucht, soll sie nach Angaben Kramers obduziert werden, um die Todesursache zu klären. „Wir haben ein Todesermittlungsverfahren eingeleitet“, fügte er hinzu. Das richte sich nicht gegen einen bestimmten Beschuldigten, sondern diene der Aufklärung der Todesursache und solle die Frage beantworten, ob Fremdverschulden ausgeschlossen werden könne.

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