Milliarden-Kunstfund
Werke aus dem 16. Jahrhundert gefunden

Cornelius Gurlitt hat unglaubliche Schätze versteckt gehalten: Das älteste Werk in dem kuriosen Kunstfund von München stammt wohl aus dem 16. Jahrhundert. Es geht aber wohl nicht nur um NS-Raubkunst.
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AugsburgDer spektakuläre Kunstfund in München umfasste nicht nur Werke der klassischen Moderne, sondern auch deutlich ältere Bilder. Das älteste Werk stamme aus dem 16. Jahrhundert, sagte die Berliner Kunsthistorikerin Meike Hoffmann bei einer Pressekonferenz am Dienstag in Augsburg. Auch Bilder des 19. Jahrhunderts seien dabei gewesen. Es gehe nicht nur um NS-Raubkunst.

Die Wohnung des 79-jährigen Cornelius Gurlitt sei im vergangenen Jahr durchsucht worden und nicht bereits 2011, teilte der Leiter des Zollfahndungsamts München, Siegfried Klöble, mit. Nach Angaben des Augsburger Oberstaatsanwalts Reinhard Nemetz beschlagnahmten die Behörden 1285 ungerahmte und 121 gerahmte Bilder.

Die Kunstwerke seien in sehr gutem Zustand gewesen und fachgerecht gelagert gewesen, sagte Klöble. Hoffmann ergänzte, die Bilder seien zum Teil verschmutzt gewesen, aber nicht beschädigt.

Zu den beschlagnahmten Bildern gehören unter anderem Werke von Picasso, Chagall, Marc, Nolde, Spitzweg, Renoir, Macke, Courbet, Beckmann, Matisse, Liebermann und Dix. Einige Bilder seien bisher unbekannt gewesen, sagte die Kunsthistorikerin Hoffmann.

Anders als spekuliert worden war, gehen die Ermittler nicht davon aus, dass Gurlitt noch ein zweites Lager hatte. Das Gemälde „Löwenbändiger“ von Max Beckmann sei vor der Durchsuchung versteigert worden. Die Gemälde seien derzeit nicht in einem Depot in Garching bei München gelagert, sondern anderswo untergebracht. Der Ort wird geheim gehalten.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Das ist wieder ein gefundenes Fressen für die Medien. Mir fällt schon seit langer Zeit auf, dass Medien es immer besser verstehen für sich Schlagzeilen zu produzieren und Stimmung zu machen. Bis jetzt sehe ich an Herrn Gurlitt nichts verwerfliches oder schuldiges. Ganz im Gegenteil, warum wurde Herr Gurlitt obwohl er nur 9000€ im Zug mit dabei hatte, von den Zollbehörden weiter überprüft? Kann davon ausgegangen werden, dass die "Freigrenze" von 10.000 € nur Makulatur ist? Dass jeder der Bargeld dabei hat und in eine Zoll-Schleierfahndung/Prüfung kommt weiter überprüft wird? Als Staatsanwalt würde ich jetzt dafür sorgen, dass die undichte Stelle über die dieses hinaus posaunt wurde ausfindig gemacht wird und es hier zu personellen Kosequenzen kommt. Egal ob Beamte oder Angestellte im öffentlichen Dienst, es muss eine unehrenhafte Entlassung erfolgen. Und darauf würde ich auch Zielfahnder setzen denn in letzter Zeit werden einige "Amtsgeheimnisse" ausgeplaudert. Ist da vielleicht auch Bestechung im Amt im Spiel?

  • Dieser Herr Gurlitt hat eine gute Tat vollbracht. Er sollte mit einem Orden ausgezeichnet werden und einen präsidialen Ehrensold bekommen.
    Jetzt werden sich die neuen "Kunsträuber" um diese s.g. "Beutekunst" streiten bis aufs Messer.
    Der Krieg ist über 60 Jahre vorbei. die Besitzverhältnisse sind nicht klar und somit können die Bilder, wenns geht in einem Museum in München gezeigt werdenund der Nachwelt öffentlich erhalten werden ( auch als Mahnung)
    Danke diesem Mann das er diese Bilder für die Nachwelt erhalten und aufbewahrt hat.

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