Mongolei
Heftiger Winter gefährdet Existenz von Hirten

Aufgrund des ungewöhnlich kalten Winters in der Mongolei, ist das Rote Kreuz um das Überleben von rund 150.000 Nomaden besorgt und rief zu Hilfen in Höhe von 650.000 Dollar auf für 2740 Familien auf.
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PekingAußergewöhnlich kaltes Wetter in der Mongolei gefährdet nach Angaben des Roten Kreuzes die Existenz von mehr als 150 000 nomadischen Hirten und deren Familienmitgliedern. Die Hilfsorganisation rief am Donnerstag zu Hilfen in Höhe von 650.000 Dollar (rund 615 000 Euro) auf, um 2740 Familien zu helfen, für die die größte Gefahr bestehe.
Besonders betroffen sind Familien, die noch immer an den Folgen des als „Dzud“ bekannten Extremwetterphänomens vom vergangenen Jahr leiden. Dieses ist in der Mongolei einzigartig. Es ist durch eine Sommerdürre und einen verlängerten Winter mit heftigem Schneefall und Temperaturen von minus 40 bis minus 50 Grad Celsius gekennzeichnet. Ein „Dzud“ kommt in der Regel alle zwölf Jahre vor. Doch hat das Wetterphänomen die Mongolei in diesem Winter das zweite Jahr in Folge getroffen.
Im vergangenen Jahr hatte das extreme Wetter mehr als eine Million Nutztiere getötet. Diese sind für fast die Hälfte der drei Millionen Mongolen wichtige Nahrungs-, Transport- und Einkommensquelle. Dieses Mal sind bereits mehr als 40.000 Kühe und andere Nutztiere verendet.
Nach Angaben von Hilfsorganisationen wird die Situation durch den strengen Winter des vergangenen Jahres und eine tiefe Rezession verschärft. Laut Rotem Kreuz sind 70 Prozent des großen asiatischen Binnenstaats mit Schnee bedeckt.
Viele Hirtenfamilien verlören ihre Nutztiere und Existenzen und müssten in Slumgegenden migrieren, sagte Gwendolyn Pang vom Pekinger Büro der Internationalen Föderation des Roten Kreuzes. Dort drohe ihnen „großes soziales und wirtschaftliches Elend“.

Agentur
ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur

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