Monopoly wird 80
Und ewig lockt die Schlossallee...

Geburtstagsparty am Spieltisch: Das Kult-Brettspiel Monopoly wird 80 und lockt mit einer Reise. Wer Partybilder in sozialen Netzwerken postet, hat die Chance, gratis zum WM-Austragungsort Macao geschickt zu werden.
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Düsseldorf/WashingtonMonopoly gehört zu den beliebtesten Brettspielen der Welt. Mehr als eine Milliarde Menschen in 114 Ländern haben nach Angaben des Herstellers Hasbro schon einmal versucht, auf dem Spielbrett ein Immobilienimperium zu erschaffen.

Der US-Spielwarengigant feiert den 80. Geburtstag des kapitalistischen Klassikers. Dabei reichen die Wurzeln weiter zurück: Am Anfang von Monopoly stand nicht die Idee von Gewinnmaximierung und knallharter Konkurrenz, sondern eine linke Kritik an Großgrundbesitzern.

Am 19. März 1935 hatte der Spieleverlag Parker Brothers die Rechte an Monopoly erworben. Hasbro, dem seit der Übernahme von Parker Brothers Anfang der 90er Jahre die lukrative Brettspiel-Marke gehört, nutzt das Jubiläum für eine breite Marketing-Kampagne.

Die US-Firma bringt eine Monopoly-Sonderedition heraus, bei der Spielbrett, Figuren und Ereigniskarten an das Geburtsjahr erinnern. Auch für den deutschen Markt gebe es eine Jubiläumsausgabe „im stylischen Vintage-Design“, lässt das Unternehmen wissen.

In einer Broschüre führt Hasbro zum Geburtstag 80 Fakten rund um das legendäre Brettspiel auf. So liegt die Markenbekanntheit von Monopoly in Deutschland bei 98 Prozent, in den USA bei 97 Prozent. Wenn die 20.580 Monopoly-Dollar in jedem Spielset 1935 echtes Geld gewesen wären, hätte das für den Kauf von fünf Häusern gereicht. Und wenn alle Bretter der bislang verkauften Spiele aneinander gelegt würden, könnte damit dreieinhalb Mal der Erdball umrundet werden.

Der Held der Monopoly-Geschichte, wie Hasbro sie gerne erzählt, ist Charles Brace Darrow. Mitten in der Weltwirtschaftskrise der 1930er Jahre hatte der arbeitslose Heizungsbauingenieur den Einfall seines Lebens. Am heimischen Küchentisch in Germantown im Bundesstaat Pennsylvania bastelte er aus Holzresten und Kartons die erste Monopoly-Ausgabe. Als Vorlage nahm er die Straßen der Casino-Stadt Atlantic City im benachbarten Bundesstaat New Jersey.

Zunächst vertrieb Darrow das Brettspiel im Freundeskreis. Ein erster Versuch, die Idee an Parker Brothers zu verkaufen, scheiterte 1934 – der Spielablauf sei zu kompliziert und langatmig, lautete das Urteil. Doch Darrow blieb hartnäckig und produzierte Monopoly alleine weiter. Durch Mund-zu-Mund-Propaganda entwickelte sich das spielerische Spekulieren mit Grundstücken zu einem Geheimtipp, und Parker Brothers sicherte sich schließlich doch die Lizenz.

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