Musik
Der langsame Tod der E-Gitarre

Verschwindet die E-Gitarre von den Bühnen der Welt? Die Branche weint werbetauglichen Idolen wie Jimi Hendrix und Stevie Ray Vaughan hinterher. Doch hinter den Kulissen hat die E-Gitarre ganz andere Probleme.
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New YorkMit seiner Westerngitarre schaffte es der Mittzwanziger Ed Sheeran dieses Jahr als Erster, in den deutschen Single-Charts zeitgleich auf Platz 1 und 2 zu starten. Und Fender-CEO Andrew Mooney räumt ein, Country-Pop-Star Taylor Swift sei „der einflussreichste Gitarrist der letzten Jahre“ – und habe scharenweise Mädchen dazu bewegt, Gitarrespielen zu lernen. Ein Hoffnungsschimmer?

Zu Partyhymnen sind die großen E-Gitarrenbauer in den USA derzeit dennoch nicht aufgelegt. Einem Bericht der „Washington Post“ zufolge sind deren Verkaufszahlen in den vergangenen zehn Jahren von 1,5 Millionen auf eine Million zusammengeschmolzen. Die berühmten Hersteller Gibson und Fender machen Schulden, und im April wertete Moody’s auch noch den größten US-Musikinstrumentenhändler Guitar Center ab. Dem Vernehmen nach steckt die Kette mit 1,6 Milliarden Dollar in den Miesen.

Man könnte fast meinen, daran seien die Musiker schuld. Laut klingt das Lamento derjenigen, die nach Eric Clapton, Jimmy Page und Carlos Santana keine Gitarrenhelden mehr kennen. Mit etwas Wohlwollen dürfen sich noch der 80er-Jahre-Haareschwinger Eddie Van Halen und die 90er-Jahre-Ikone Slash als gute Gitarristen bezeichnen, aber dann ist Sabbat. Musik ist tot, überall nur noch Gepiepse aus diesen Computern.

Wer so argumentiert, stellt sein Alter so unauffällig ins Rampenlicht wie Jimi Hendrix eine brennende Gitarre – und spielt die alte Leier: Früher war alles besser, die Jugend von heute ist dagegen zu nichts zu gebrauchen. Das war jedoch schon Kokolores, als besorgte Bürger vor dem Kulturverfall warnten, den Rowdys wie Elvis ihrer Ansicht nach auslösten.

Mitnichten verschmäht die Musikszene die E-Gitarre, auch an Vorbildern fehlt es kaum. Die New Yorker Musikerin Kaki King etwa treibt den Begriff des Solos auf die Spitze, wenn sie dem gesamten Gitarrenkorpus Klänge entlockt. Orianthi aus Australien wurde gar von Carlos Santana persönlich als Gitarrengott-Nachfolgerin abgesegnet.

Keine Bange, echte Kerle mischen im Olymp auch noch mit. Die mannigfaltigen Gitarrenmagazine feiern beispielsweise den britischen Teenager Aaron Keylock für seine Solos. Selbst in den Hitparaden finden sich Vorbilder für die zukünftige Gitarren-Kundschaft, wenn auch oft mit Akustikgitarre.

Kommentare zu " Musik: Der langsame Tod der E-Gitarre"

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  • Als ich noch jung war, spielte ich in einer Band. Die Songs unserer CD spielte aber keine Radiostation. Warum sollte die Jugend von heute E-Gitarre lernen, wenn man von vorneherein weiß, dass man ignoriert wird ? Ich kann mich noch gut an die Aussage einer Radiostation erinnern, die uns mitteilten, dass sie keine Hits machen, sondern nur welche spielen.
    Das zweite große Problem der Gitarrenbauer sind die Billigimporte aus Fernost. CNC Maschinen fräsen im Akkord die Bodies aus den Holzplatten. Die Qualität ist ist dort gleichbleibend hoch.

  • Hinterher noch ein Postskriptum zu dem Photo
    mit den "E-Gitarren-Klassikern":

    Also ich sehe da fünf E-Bässe und nur eine einzige E-Gitarre.
    Somit kein Wunder, dass da zu wenig E-Gitarren verkauft
    werden...;-)

  • Gitarren halten einfach etwas länger. Gitarren kann vererben.

    Ich hab mir letztes Jahr drei weitere E-Gitarren angeschafft:
    Je eine KM-6 und KM-7 von Schecter (Produziert bei WMI/Süd-Korea)
    Und eine Fame Forum IV (Produziert bei Mayones aus Danzig)

    Auch wenn ich mich eher für Jazz interessieren würde,
    dann würde ich lieber eienr Duesenberg aus Hannover nehmen.

    Wieso soll man sich für eine Fender oder Gibson mit einem suboptimalen Preis/Leistungs-Verhältnis entscheiden?


    Und Gitarrenhelden gibt es immer noch, meine sind aktuell:
    https://www.youtube.com/watch?v=j2dmvOomei0

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