Nach 35 Jahren
Happy End für Charles und Camilla

Die längste königliche Liebesaffäre der Geschichte hat ihr Happy End. Der britische Thronfolger Prinz Charles (56) hat am Samstag seine Jugendliebe Camilla Parker Bowles (57) nach 35 Jahren zur Frau genommen. „Endlich!“ titelten die britischen Zeitungen am Sonntag.

HB WINDSOR/LONDON. „Ich bin sehr stolz und wünsche den beiden alles Gute“, wurde die Queen von Gästen des Empfangs auf Schloss Windsor zitiert. „Mein Schatz, Camilla! Ich kann nicht glauben, dass sie mich geheiratet hat“, sagte der Thronfolger seiner Frau nach Berichten und beschrieb die Hochzeit als seinen „absolut glücklichsten Tag“. Auf einen öffentlichen Hochzeitskuss warteten die Gäste den ganzen Tag über allerdings vergeblich.

Am Samstagmittag war das Brautpaar zunächst in einem 43 Jahre alten Rolls Royce, der früher Queen Mum gehörte, vom Schloss zum Standesamt im Rathaus von Windsor chauffiert worden. Rund 20 000 Menschen jubelten den beiden vom Straßenrand zu. Es war bewölkt und kalt, nachdem zunächst die Sonne geschienen hatte.

Camilla trug im Standesamt ein knielanges weißes Chiffonkleid und darüber einen weißen Seidenmantel mit Fischgrätmuster. Zum anschließenden Gottesdienst erschien sie nicht in Weiß, sondern in einem hellen, blaugrauen Seidenkleid mit Goldstickereien. Charles trug einen Frack. Wegen des Begräbnisses von Papst Johannes Paul II. war die Hochzeit um einen Tag verschoben worden.

Das Jawort selbst gaben sich Charles und Camilla hinter verschlossenen Türen. Mit dabei waren außer der Standesbeamtin Clair Williams (45) und einer Assistentin nur 28 Angehörige, darunter die vier Kinder aus den jeweils ersten Ehen der Brautleute: Prinz William (22) und Prinz Harry (20) sowie Tom Parker Bowles (30) und seine Schwester Laura (26). William und Tom Parker Bowles übernahmen die Rolle der Trauzeugen. Charles' Eltern, die Queen und Prinz Philip (83), blieben dem Standesamt fern, kamen aber zum Gottesdienst.

Nach 20 Minuten erschien das Brautpaar Arm in Arm auf den Stufen des Rathauses. Viele der Schaulustigen jubelten. Aber auch einige Diana-Anhänger und Republikaner machten mit Plakaten und Buhrufen auf sich aufmerksam. Nach wenigen Augenblicken sagte Charles „vielen Dank“. Dann fuhr er mit Camilla zum Schloss. Dort warteten die mehr als 700 Gäste, unter ihnen Premierminister Tony Blair, der Komiker „Mr. Bean“ Rowan Atkinson und Popstar Phil Collins, aber nur wenige Vertreter anderer Königshäuser.

Im Gottesdienst in der St George's Chapel des Schlosses empfing das Paar anschließend den Segen der anglikanischen Kirche. Die Zeremonie war feierlich und ernst. Rowan Williams, der als Erzbischof von Canterbury das geistliche Oberhaupt von weltweit 75 Mill. Anglikanern ist, gab der lange Zeit höchst umstrittenen Liebe seinen Segen. Charles und Camilla gelobten sich ewige Treue. Der kirchliche Segen für das Paar gilt nicht als kirchliche Trauung. Sie wäre nach den Bestimmungen der Kirche von England nur möglich gewesen, wenn Charles und Camilla am Zerbrechen ihrer ersten Ehen unschuldig gewesen wären.

Nach dem Gottesdienst gab Königin Elizabeth II. (78) in den Staatsgemächern des Schlosses einen Stehempfang für die Gäste mit Champagner und Häppchen. Am frühen Abend brachen die Brautleute dann in die Flitterwochen nach Schottland auf. Sie verließen das Schloss in einem Bentley, den die Prinzen William und Harry mit bunten Luftballons geschmückt hatten. Die beiden hatten außerdem Herzen und „Just married“ auf die Scheiben gesprüht. Die kommenden sieben bis zehn Tage „flittern“ die Frischvermählten nun im Jagdschlösschen Birkhall im schottischen Hochland.

Durch die Trauung ist Camilla nach dem Hofprotokoll zur zweitwichtigsten Frau der britischen Monarchie aufgestiegen. Sie muss jetzt mit „Königliche Hoheit“ angeredet werden und führt sämtliche Titel ihres Mannes. Unter anderem ist sie auch Prinzessin von Wales. Sie will diesen Titel aber nicht benutzen, da er eng mit Prinzessin Diana verbunden ist. Stattdessen will sie sich Herzogin von Cornwall nennen lassen.

Charles und Camilla hatten sich schon 1970 kennen gelernt. Beide heirateten zunächst jedoch andere Partner, Camilla den Offizier Andrew Parker Bowles und Charles Diana Spencer. Mitte der 90er Jahre ließen sie sich scheiden, doch an eine Wiederheirat war zunächst nicht zu denken, weil die britische Öffentlichkeit vor allem nach dem Unfalltod von Diana große Vorbehalte gegen Camilla hatte. Mittlerweile wird die langjährige Geliebte des Thronfolgers etwas weniger kritisch gesehen.

Nach Umfragen, die am Sonntag veröffentlicht wurden, will jedoch die Mehrzahl der Untertanen im Vereinigten Königreich Camilla nicht als Königin sehen. Außerdem sprach sich die Mehrheit der Befragten dafür aus, dass nach der Queen nicht Charles, sondern dessen SohnWilliam den Thron besteigen soll.

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