Nach den Abstürzen
Luftfahrt-Experten diskutieren über Flugrouten

Jahrelang ging die Zahl der Unfalltoten in der zivilen Luftfahrt zurück. Nun stürzten binnen weniger Tage drei Flugzeuge ab. Warum Fliegen so sicher wie selten zuvor ist. Und worüber Flug-Experten nun debattieren.
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DüsseldorfAfrika, Asien, Europa: Drei Flugzeugabstürze binnen weniger Tage verhageln den Trend der sinkenden Opferzahlen in der zivilen Luftfahrt. Insgesamt starben dabei mehr als 460 Menschen - das sind schon fast doppelt so viele Opfer wie weltweit im ganzen Vorjahr. Denn 2013 zählte das deutsche JACDEC-Büro 251 Tote bei Unfällen in der kommerziellen Luftfahrt. Damit geht der Juli als einer der tödlichsten Monate der jüngeren Luftfahrtgeschichte zu Ende - und er unterbricht den jahrelangen Trend rückläufiger Opferzahlen.

Die Ursachen in den drei Fällen waren unterschiedlich: In der Ostukraine war es nach bisherigen Erkenntnissen ein Abschuss, in Taiwan bei Flug GE222 eine missglückte Landung und beim Absturz von Flug AH5017 der Air Algérie möglicherweise schlechtes Wetter, so der bisherige Kenntnisstand.

Nimmt man den weiter ungeklärten malaysischen Unglücksflug MH370 auf dem Weg von Kuala Lumpur nach Peking sowie einen weiteren Unfall in Pakistan hinzu, so ist das laufende Jahr mit mehr als 700 Opfern schon jetzt eines der schlimmsten seit langem. Zur touristischen Hochsaison wirft diese spektakuläre Unglückskette die Frage auf: Ist Fliegen noch sicher?

„Ja“, lautet die Antwort von Experten wie Cord Schellenberg: „Ich persönlich fliege mit einem guten Gefühl und bin ganz beruhigt, denn über die Jahrzehnte ist der Luftverkehr nicht nur immer sicherer geworden, sondern es zeigt sich auch, dass das Gefährlichste an der ganzen Reise die Anfahrt zum Flughafen ist“, sagte er im dpa-Interview. Die Statistik gibt ihm Recht: Die Wahrscheinlichkeit, mit einem Flugzeug abzustürzen, ist gering.

Immerhin gut drei Milliarden Menschen nutzen nach Angaben des internationalen Airline-Verbands IATA pro Jahr ein Flugzeug. Täglich sind es mehr als acht Millionen Menschen. Etwa 100 Jahre nach dem Start der ersten Linienmaschine gilt Fliegen als sicher wie selten zuvor. Die Branche versucht, jeden noch so kleinen Zwischenfall aufzuklären und ihn so künftig zu vermeiden.

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