Nach Havarie
„Costa Allegra“ ist im Seychellen-Hafen angekommen

Nach drei Tagen und Nächten einer Kreuzfahrt der anderen Art wollen einige Passagiere der havarierten „Costa Allegra“ nur noch heim - aber nicht alle. Die Mehrheit bleibt jetzt erstmal auf den Seychellen.
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VictoriaDer Alptraum-Urlaub für die 627 Passagiere der „Costa Allegra“ hat ein Ende: Nach drei Tagen und Nächten in tropischer Hitze, ohne Klimaanlage und mit blockierten Toiletten ist ihr havariertes und dann abgeschlepptes Kreuzfahrtschiff im Hafen der Seychellen-Hauptinsel Mahé angekommen. Seit einem Feuer im Maschinenraum war das Schiff komplett lahmgelegt. Die Reisenden gingen am Donnerstag nach einer Kreuzfahrt der anderen Art erleichtert an Land.

Im Hafen von Mahé wurde die „Costa Allegra“ von einem großen Medienaufgebot erwartet. Fernsehteams aus aller Welt hatten sich in Stellung gebracht. Auch die für die Seychellen zuständige deutsche Botschafterin in Kenia, Margit Hellwig-Bötte, sowie Honorarkonsulin Kerstin Henri wollten die 38 Deutschen an Bord des italienischen Schiffes in Empfang nehmen.

Nach Angaben der Reederei wollen mehr als 70 Prozent der Passagiere zunächst auf den Seychellen bleiben. Wie Costa Crociere am Donnerstagabend mitteilte, hat die Mehrheit der Passagiere das Angebot angenommen, dort einen ein- bis zweiwöchigen Urlaub zu machen. Etwa 30 Prozent entschlossen sich demnach, abzureisen. Sie sollten noch am Abend mit Flügen vom Seychelles International Airport nach Paris, Mailand über Rom sowie nach Zürich über Wien fliegen. Die Ankunft war für Freitagmorgen geplant.

Von den 38 deutschen Gästen wollten 15 unmittelbar zurück nach Hause, wie der Sprecher von Costa Kreuzfahrten in Deutschland, Werner Claasen, sagte. Menschen aus 25 Ländern machten auf dem Schiff Urlaub, insgesamt waren etwa 1000 Menschen an Bord.

Die Havarie der „Costa Allegra“ trifft erneut ein Kreuzfahrtschiff der italienischen Reederei Costa Crociere. Erst Mitte Januar war vor der toskanischen Küste die „Costa Concordia“ verunglückt.

Am Montag war im Maschinenraum ein Feuer ausgebrochen. Das Schiff habe sich nach Backbord geneigt. Das stritt Kapitän Nicolò Alba ab: „Das Schiff war immer stabil“, sagte Alba bei einer Pressekonferenz auf Mahé am Donnerstagnachmittag.

Franz Mayer aus der Nähe von Koblenz erzählte, die Besatzung der „Costa Allegra“ habe nach dem Feuer bereits die Beiboote heruntergelassen: „Wir waren alle schon bereit, in die Rettungsboote zu gehen.“ Zuvor waren nach und nach auch die drei Notfallgeneratoren ausgefallen. Warum es dazu kam, ist bisher unklar, ebenso wie die Ursache des Brandes.

Die Reederei ist nach dem zweiten Schiffsunfall in Folge unter Druck und versucht, die Passagiere möglichst gut zu versorgen. Viele Reisende lobten Crew und Kapitän, sie hätten umsichtig gehandelt. Nach Angaben eines Mitarbeiters des Gesundheitsministeriums auf den Seychellen sollen sich sechs Passagiere die Arme gebrochen haben.

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