Nach ICE-Unfall
Bahn gerät ins Visier der Ermittler

Neue Entwicklung bei den Ermittlungen zum ICE-Unglück: Bereits wenige Minuten vor dem schweren Unfall am Samstagabend ist es im Landrückentunnel bei Fulda zu einem Zwischenfall mit Schafen gekommen. Ermittler untersuchen jetzt, ob die Bahn ihren Zugführer vor der Gefahr auf den Gleisen hätte warnen können.

HB FULDA. Nach dem ICE-Tunnelunglück bei Fulda rückt die Deutsche Bahn zunehmend ins Visier der Ermittler. Es gebe zwar noch keine genauen Erkenntnisse, dass bei dem Zusammenstoß des Zuges mit einer Schafherde Versäumnisse vorlägen, sagte Harry Wilke von der Staatsanwaltschaft Fulda am Dienstag. Unstrittig sei jedoch, dass Minuten vor dem Unglück bereits ein entgegenkommender ICE am Landrückentunnel mit einem Schaf kollidierte. Eine entsprechende Meldung ging bei der Betriebszentrale in Frankfurt. Was damit dort geschehen sei, ist laut Wilke Gegenstand der Ermittlungen.

Als Hauptbeschuldigter gilt der Staatsanwaltschaft aber weiterhin der Schafbesitzer aus Mittelkalbach (Landkreis Fulda). Am Samstagabend war der Schnellzug mit Tempo 220 in seine Herde gerast, die vor dem Tunneleingang stand. Der Zug entgleiste, 19 Menschen wurden verletzt und etwa 20 Schafe kamen zu Tode. Gegen den Schäfer wird wegen des Verdachts des fahrlässigen Eingriffs in den Bahnverkehr ermittelt.

Ein Bahn-Sprecher wollte sich zu den internen Abläufen nicht detailliert äußern, da es sich um ein schwebendes Verfahren handele. Er sagte aber, dass je nach Ereignis eine betroffene Strecke hätte gesperrt werden müssen. „Das hängt aber auch von der Einschätzung des Lokführers am Ort ab“, sagte er.

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