Nach Schiffsunglück
Südkoreas Präsidentin besucht Unfallort

Nur einen Tag nach der verheerenden Schiffskatastrophe vor der südkoreanischen Küste reiste Südkoreas Präsidentin Park Geun Hye an den Unfallort. Indes gibt es wenig Hoffnung, weitere Überlebende bergen zu können.
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SeoulEinen Tag nach der Schiffskatastrophe vor Südkorea hat sich Staatspräsidentin Park Geun Hye an der Unglücksstelle ein Bild von der Suche nach den fast 300 Vermissten gemacht. Angesichts des kalten Wassers sei „jede Minute kritisch, falls es Überlebende gibt“, sagte Park am Donnerstag laut der nationalen Nachrichtenagentur Yonhap an Bord eines Schiffes nahe der Unfallstelle vor der Südwestküste.

Mehr als 24 Stunden nach dem Untergang einer Fähre, auf der auch mehr 300 Schüler auf einer Freizeitfahrt waren, wächst bei den Angehörigen in Südkorea die Verzweiflung. Eine starke Strömung, Regen und schlechte Sicht behinderten am Donnerstag die Suche nach den immer noch 290 Vermissten. Neun Tote, darunter drei Schüler und zwei Lehrer, konnten bislang geborgen werden, rund 160 Menschen wurden gerettet.

Überlebende und Einsatzkräfte befürchteten, dass viele der Vermissten im Inneren des Schiffs eingeschlossen worden sein könnten und dass daher die Opferzahl noch drastisch steigt. Verzweifelte Eltern versammelten sich in ihrer Schule in der Nähe von Seoul und in Mokpo im Süden Landes, wo die Fähre nicht weit entfernt unterging.

Mehr als 400 Rettungskräften waren die Nacht hindurch und am Morgen im Einsatz, um nach den Vermissten zu suchen, wie der Sprecher der Küstenwache, Kim Jae In, mitteilte. Innerhalb von zwei Tagen sollten Kranschiff eintreffen, um bei der Bergung der gekenterten Fähre zu helfen. Taucher hätten die ganze Zeit versucht, in das Schiff zu gelangen. Wegen der starken Strömung sei das aber nicht möglich gewesen. Ein Sprecher der US-Regierung erklärte, die USA und ihre in der Region stationierte 7. Flotte stünden bereit, um zu helfen.

An Bord der Fähre „Sewol“ befanden sich nach Behördenangaben 475 Menschen, darunter 325 Schüler zwischen 16 und 17 Jahren und ihre 15 Lehrer, die auf einem Ausflug nach Jeju waren. Das Schiff war am Mittwochmorgen noch etwa drei Stunden von Jeju entfernt, als es sich plötzlich zur Seite neigte und zu sinken begann. Wie es zu dem Unglück kommen konnte, ist weiter unklar. Die Küstenwache vernahm den Kapitän und Besatzungsmitglieder.

Die Geretteten wurden auf die nahe gelegene Insel Jindo gebracht und mit dem Nötigsten versorgt. Fotos zeigten einige der durchnässten Schüler, in Decken gehüllt und ohne Schuhe. Sanitäter versorgten sie. Lim Hyung Min, einer der geretteten Schüler, sagte YTN, einige von ihnen seien mit Rettungswesten über Bord gesprungen und zu einem Rettungsboot in der Nähe geschwommen. Das Wasser sei kalt gewesen. „Ich habe mich beeilt und gedacht, dass ich leben will“, sagt Lim. Die Wassertemperatur lag bei etwa zwölf Grad Celsius, Experten zufolge kalt genug für eine Unterkühlung nach gut zwei Stunden im Wasser.

Der Passagier Kim Seong Mok sagte dem Sender YTN, er sei sich sicher, dass viele Menschen in dem weitgehend untergetauchten Schiff gefangen seien. Er sei beim Frühstück gewesen, als er gefühlt habe, wie die Fähre gekippt sei. Dann habe er gehört, wie das Schiff gegen etwas gestoßen sei. Es habe eine Durchsage gegeben, die Ruhe zu bewahren, aber einen Aufruf, sich in Sicherheit zu bringen, habe er nicht gehört, sagte er.

Die Fähre wurde laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Yonhap 1994 in Japan gebaut. Sie konnte 921 Menschen, 180 Fahrzeuge und 152 Container transportieren.

Nach Angaben des koreanischen Seefahrtsministeriums ereigneten sich die schwersten Schiffsunglücke des Landes 1970 mit 323 Toten und 1993 mit 292 Toten.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur

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