Nach Treffen mit Staatsanwaltschaft
Strauss-Kahns Anwälte schweigen

Nachdem die Glaubwürdigkeit des mutmaßlichen Opfers erschüttert ist, haben sich Staatsanwaltschaft und Strauss-Kahns Anwälte erneut getroffen. In Frankreich wird derweil eine neue Vergewaltigungsanzeige geprüft.
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New YorkNach der überraschenden Wende im Fall Dominique Strauss-Kahn haben Verteidiger des früheren IWF-Chefs und die Staatsanwaltschaft am Mittwoch ein Treffen ohne erkennbare Annäherung beendet. Das zweistündige Gespräch sei konstruktiv verlaufen, sagte Anwalt Benjamin Brafman in New York, ohne auf Fragen einzugehen. Zuvor hatte Brafman der Nachrichtenagentur Reuters berichtet, man verhandele mit der Staatsanwaltschaft über ein Ende des Ermittlungsverfahrens. Strauss-Kahn wird versuchte Vergewaltigung eines Zimmermädchens zur Last gelegt. Allerdings hat die Staatsanwaltschaft erhebliche Zweifel an der Glaubwürdigkeit des mutmaßlichen Opfers.

Die Staatsanwaltschaft teilte nach dem Treffen lediglich mit, die Untersuchung laufe weiter. Es seien keine Entscheidungen getroffen worden. Die nächste Anhörung vor Gericht ist für den 18. Juli geplant. Absprachen zwischen Verteidigung und Staatsanwaltschaft kommen in den USA häufig vor: Damit kann zum Beispiel ein Verdächtiger mit dem Eingeständnis von Taten eine Haftstrafe vermeiden. Im deutschen Strafrecht sind diese Übereinkünfte als „Deal“ bekannt.

Nach mehreren Tagen in Untersuchungshaft und anschließendem Hausarrest ist der frühere Chef des Internationalen Währungsfonds inzwischen auf freiem Fuß. Unterdessen droht dem 62-Jährigen in seiner französischen Heimat neuer Ärger mit der Justiz: Die Autorin Tristane Banon beschuldigt ihn einer versuchten Vergewaltigung im Jahr 2003 und zeigte ihn am Dienstag an. Strauss-Kahn habe sie während eines Interviews sexuell bedrängt. Justizkreise in Paris bestätigten den Eingang der Anzeige Banons. Diese werde nun geprüft.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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