Nachbaarstaat besorgt
Auf Haiti greift Cholera um sich

Unermüdlich kämpfen die Ärzte in Haiti um das Leben der Cholera-Kranken. Doch weiterhin stecken sich Menschen an und sterben. Die Epidemie weitete sich zuletzt weiter aus. Die Epidemie im Nachbarland lässt auch in der bei Karibikurlaubern beliebten Dominikanischen Republik die Alarmglocken schrillen.
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HB PORT-AU-PRINCE/MEXIKO-STADT/SANTO DOMINGO. Zehn Tage nach dem Ausbruch der Cholera haben die internationalen Hilfsorganisationen die Lage in Haiti noch nicht unter Kontrolle. Die Zahl der Toten und Infizierten stieg bis zum Freitag weiter an. Nach neuesten Angaben der Gesundheitsbehörden starben bisher 313 Menschen, rund 4800 steckten sich an. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Genf hatte zuvor gewarnt, dass der Höhepunkt der Epidemie erst noch bevorstehe.

"Jeden Tag werden bei uns bis zu acht neue Fälle eingeliefert", sagte die Sprecherin Caroline Klein von humedica in Haiti am Freitag. Die Hilfsorganisation humedica hat in der Kleinstadt Drouin im Infektionsgebiet ein Behandlungszentrum für Cholera-Kranke errichtet. Dort wurden bisher mehr als 1000 Kranke geheilt.

"Auch bei uns gab es zwei neue Todesfälle", sagte Klein weiter. Die Zahl der Toten und Erkrankten steige langsamer an, doch kämen immer wieder neue Fälle aus Dörfern, die bisher cholerafrei gewesen seien. Deswegen müsse bis auf weiteres mit einer Ausweitung gerechnet werden.

Die Cholera war am Dienstag der vergangenen Woche im Gebiet des Flusses Artibonite in Zentralhaiti ausgebrochen. Die Erreger, die zuletzt vor über 100 Jahren in der Region aufgetreten waren, galten als ausgerottet. Regierung und Hilfsorganisationen konzentrieren sich vor allem darauf, die Menschen über die Cholera aufzuklären und sie darüber zu informieren, wie sie sich am besten vor einer Ansteckung schützen können. Nach Angaben der deutschen Welthungerhilfe vom Freitag, die in ganz Haiti Projekte betreibt, wurden bisher weder im Norden noch im Süden Cholera-Fälle bekannt.

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