Negativtrend
Zahl der Wohnungseinbrüche schnellt nach oben

Organisiertes Verbrechen: Seit Jahren steigt die Zahl der Wohnungseinbrüche in vielen Regionen. Behörden wollen mit Verkehrskontrollen gegenwirken. Für Kritiker aus der Wissenschaft ist das reine Symbolpolitik.
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Berlin/WiesbadenDie Zahl der registrierten Wohnungseinbrüche ist in den meisten Bundesländern erneut gestiegen. Das geht aus den Daten der Landeskriminalämter für das vergangene Jahr hervor - sie fließen in die bundesweite Kriminalstatistik ein, die voraussichtlich im Juni veröffentlicht wird.

Bei den Einbrüchen fällt besonders Baden-Württemberg auf: Hier schnellten die erfassten Fälle um mehr als 30 Prozent nach oben - auf jetzt rund 11.300. In Schleswig-Holstein ging die Gesamtzahl der erfassten Wohnungseinbrüche zwar leicht zurück, aber bei den tagsüber begangenen Taten gab es ein deutliches Plus von fast 9 Prozent.

Betrachtet man die Zahlen der Bundesländer insgesamt, scheint sich ein Negativtrend fortzusetzen: Die Polizei hatte bereits für das Jahr 2012 eine Zunahme der Wohnungseinbrüche um fast 9 Prozent auf bundesweit 144.000 registriert.

Für das Folgejahr 2013 heißt es nun etwa aus Nordrhein-Westfalen: Mit 54.953 Einbrüchen - ein Plus um weitere 1,5 Prozent - sei der höchste Stand seit 1995 erreicht worden. Der Stadtstaat Berlin meldet beim „Wohnungseinbruchdiebstahl“, wie es im Polizeideutsch heißt, zwar einen Rückgang um fast 6 Prozent, es handele sich aber immer noch um den zweithöchsten Wert im Zehn-Jahres-Vergleich. Mancherorts bilden sich Bürgerwehren im Kampf gegen Einbrecher, oder Nachbarn beauftragen private Sicherheitsdienste.

Der Kriminologe Thomas Feltes spricht bei alldem von einem „nicht unerheblichen Dunkelfeld“: Es gebe wesentlich mehr Taten als die registrierten. Bis etwa 2005 gingen die Fallzahlen zurück - seither gebe es eine „Renaissance des Einbruchs“. Das sei auch deshalb beachtenswert, „da die Zahl der polizeilich registrierten Straftaten insgesamt rückläufig ist“, heißt es in einem Bericht des Wissenschaftlers.

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Einbrecher: Jung, männlich, drogenabhängig

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  • Können Sie nicht richtig lesen? Hier geht es um Einbrüche. Da nützt es den Geschädigten nichts, daß die Gesamtkriminalität (angeblich) gesunken ist.
    Typisch europäischer Schöngeist.

  • "Überproportionaler Anteil an Migranten aus einem gewissen Kulturkreis!"
    Ist nicht überall so. In den mir bekannten ländlichen Gebieten sind es fast nur einheimische Abhängige.

    Eine Lösung des Problems wäre tatsächlich eine viel härtere Bestrafung der Drogendealer. Eine Freigabe bestimmter Drogen löst das Problem nur teilweise, da sich für Drogen wie Crystal eine Freigabe verbietet.

  • Überschrift:

    "Zahl der Wohnungseinbrüche schnellt nach oben"

    Das ist eine glatte Falschmeldung und suggeriert, dass die Kriminalitätsgrate in Deutschland steigt.

    Im zitierten Land NRW sank 2013 die Gesamtkriminalität um 2,2 % (minus 33 420 Fälle) und auch die Zahl der Diebstähle ging um 1,9 % (minus 12785 Fälle) zurück.

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