Neue Unruhen
In Frankreich brennen wieder Autos

Frankreich befürchtet ein Wiederaufflammen der schweren Jugendunruhen vom Oktober: Trotz eines massiven Polizeiaufgebotes sind in der Silvesternacht in Frankreich 425 Autos in Brand gesteckt worden. In Pariser Vorstädten brannten 177 Fahrzeuge.

HB PARIS. Wie der nationale Polizeichef Michel Gaudin am Sonntag in Paris in einer Bilanz mitteilte, waren die Brandstiftungen so stark wie noch nie über das Land verteilt. Vor einem Jahr waren in der Silvesternacht 333 Autos vor allem in Einwanderervierteln in Flammen aufgegangen. Solche Brandstiftungen in der Nacht zum 1. Januar sind in den sozialen Randgebieten der französischen Großstädte seit vielen Jahren üblich.

In Pariser Vorstädten brannten bei diesem Jahreswechsel 177 Fahrzeuge, 19 Autos waren es in Straßburg und in der Niederrhein-Region insgesamt 38. Allein in Paris waren 4500 Polizeibeamte eingesetzt, während etwa 500 000 Menschen ausgelassen auf der Prachtallee Champs-Élysées und in der Nähe des Eiffelturms feierten und das neue Jahr mit Bier, Schaumwein und - seltener als früher - auch Champagner begrüßten. Die Feststimmung zog damit 100 000 Menschen mehr an als im vergangenen Jahr, darunter wie immer zahlreiche Touristen.

Auch wenn es keine größeren Auseinandersetzungen zwischen Banden und der Polizei gab, so wurden nach Angaben des Polizeichefs doch 27 Beamte verletzt, davon 13 an der Seine beim Eiffelturm. Die insgesamt 25 000 Polizisten nahmen in der Nacht landesweit 362 Personen fest, 90 mehr als vor einem Jahr.

Nach den dreiwöchigen schweren Krawallen vom 27. Oktober bis 21. November mit mehr als 10 000 angezündeten Autos und 5200 Festnahmen hatte die französische Regierung das Notstandsrecht verlängert, um vor allem in der Neujahrsnacht Gewaltausbrüchen vorbeugen zu können. Es waren allerdings nur wenige kommunale Ausgangssperren in Kraft. Als Gründe für die Gewalt Jugendlicher, die überwiegend aus Afrika stammen, gelten mangelnde Perspektiven sowie fehlende Integration.

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