Nigel Richards
Der Scrabble-König mit dem Rauschebart

Nigel Richards ist ein Genie seines Faches: Er spielt Scrabble wie kein Zweiter. Wer ist der Mann, der selbst in einer ihm fremden Sprache das Spiel mit den Wörtern gewinnt?
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Wellington Nigel Richards ist so etwas wie der Roger Federer der Scrabble-Welt - ein Genie in seinem Fach, allseits bewundert. Zum Strahlemann auf dem Siegerpodest ist der 48-Jährige allerdings ungeeignet. Verschroben sieht er aus, mit seinem überdimensionalen Drahtgestell auf der Nase und einem fransigen Rauschebart.

Wenn der schweigsame Neuseeländer seinen durchdringenden Blick auf das Scrabble-Brett richtet, zittern die Gegner. Er zaubert aus dem unmöglichsten Buchstabensalat knackige Wörter. Richards gilt als bester Spieler überhaupt. Dreimal schon war er Weltmeister.

Sein Talent, so Howard Warner, der Vorsitzende des Verbandes der Scrabble-Spieler in Neuseeland: ein fotografisches Gedächtnis und eine seltene mathematische Begabung. Scrabble auf höchstem Niveau verlange vor allem die Berechnung mathematische Wahrscheinlichkeiten.

„Als er anfing zu sprechen, haben in Wörter überhaupt nicht interessiert, nur Zahlen“, sagt seine Mutter Adrienne Fischer neuseeländischen Zeitungen. „Alles hat er mit Zahlen verbunden. Wir dachten, das ist normal.“ Als er 28 war, schlug seine Mutter ihm Scrabble-Spielen vor. Sein Talent wurde schnell offenbar.

Beim Spiel auf Englisch greifen gute Spieler in ihrem Gedächtnis auf mehr als 80.000 Wörter zwischen zwei und acht Buchstaben zurück. Die besten haben auch viele der 29.000 Wörter mit neun Buchstaben abgespeichert.

Auf der Suche nach einer neue Herausforderung lernte er nun kurzerhand die Schreibweise sämtlicher Wörter mit zwei bis zehn Buchstaben aus dem offiziellen französischen Scrabble-Wörterbuch - in neun Wochen, wie neuseeländische Zeitungen berichteten. Er gewann Anfang der Woche bei dem Wettbewerb in Belgien gegen einen Mann aus Gabun, der fließend französisch spricht.

Privat ist wenig über den Mann aus Christchurch bekannt. Er lebt in Malaysia und soll Ingenieur sein, ist aber seit Jahren als Profi auf Scrabble-Turnieren in aller Welt unterwegs - 200.000 US-Dollar sollen so schon zusammengekommen sein.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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