Notstand in Argentinien
Ein grauer Alptraum aus Vulkanasche

Es sieht malerisch aus, doch für die Menschen in Argentinien ist die dicke Schicht aus Vulkanasche aus Chile ein Alptraum. Bewegte und bewegende Bilder aus der Notstandsregion um den Touristenort Villa La Angostura.
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Buenos Aires/ SydneyDie Regierung der argentinischen Provinz Neuquen hat wegen des Ascheregens aus dem chilenischen Vulkan Cordon Caulle den Wirtschaftsnotstand erklärt. Einen ähnlichen Beschluss hat die Regierung in Buenos bereits in anderen Teilen Patagoniens für die Provinzen Chubut und Rio Negro y Neuquen gefasst. Der Vulkanausbruch gefährde das Vieh und schade dem Tourismus, hieß es.

Der Cordon Caulle ist am 4. Juni ausgebrochen und hat mit seiner Asche tagelang den Flugverkehr in Argentinien und Chile, aber auch bis Australien und Neuseeland gestoppt. Die Asche liegt in einem Umkreis von 40 Kilometern bis zu 30 Zentimeter hoch.

Besonders betroffen war der Touristenort Villa La Angostura in der Provinz Neuquén. Der normalerweise malerische Ort mit etwa 7500 Einwohnern liegt nur 35 Kilometer von der Vulkan-Kette Caulle entfernt. Sie stößt seit bald zwei Wochen riesige Aschemengen in bis zu zehn Kilometer Höhe aus. Im Fernsehen waren Wälder und Berge zu sehen, die inzwischen einheitlich von einer grauen Schicht überzogen sind.

Etwa 60 Prozent der Bewohner von Villa La Angostura, etwa 1600 Kilometer südwestlich von der Hauptstadt Buenos Aires, waren kurz vor dem Winterbeginn auf der Südhalbkugel zudem ohne Strom. Auch die Wasserversorgung fiel wegen eines Pumpenschadens vorübergehend aus.

Die zweiwöchigen Winterschulferien wurden schon vorgezogen, weil die Schulen ohnehin geschlossen bleiben mussten. Auch das Vieh, vor allem Schafe, leidet unter der Asche, weil es auf den Weiden kaum noch Futter findet. Nach amtlichen Zahlen gibt es zwei Millionen Schafe in Patagonien, die Hälfte davon ist von der Asche betroffen.

Der Start in die Wintersaison sei ruiniert, sagte der Bürgermeister des Wintersportorts, Roberto Alonso. Die Bewohner befürchten vor allem, dass die Touristen in der bevorstehenden Skisaison wegen der Asche ausbleiben könnten. Der Tourismus ist die Haupteinnahmequelle der Stadt.

Ähnlich ist die Lage auch in kleineren Orten in der ebenfalls patagonischen Provinz Chubut. Der Wirtschaftsnotstand ermöglicht Steuernachlässe und andere Vergünstigungen für Geschädigte. Nach Ausrufung des Notstandes können die Behörden nach eigenen Angaben zudem auf Gelder aus Krisenfonds zurückgreifen, um den Bedürftigen schneller und unbürokratischer Hilfe zukommen zu lassen.

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