Obduktionsbericht
Komapatientin Schiavo hatte keine Chance auf Genesung

Die 41-jährige Koma-Patientin Terri Schiavo, die nach einem jahrelangen Rechtsstreit um lebenserhaltende Maßnahmen im März in den USA gestorben war, hatte dem Obduktionsbericht zufolge keine Chance auf Genesung mehr.

HB LARGO. „Ihr Gehirn war hochgradig verkümmert“, sagte der Gerichtsmediziner Jon Thogmartin am Mittwoch bei der Vorstellung des Obduktionsberichts. Solche Schäden seien unumkehrbar.

Die Autopsie hatte Terris Ehemann Michael Schiavo veranlasst. Er wollte damit alle Zweifel zerstreuen, er habe etwas über den Gesundheitszustand seiner Frau verheimlichen wollen. Der Mann kämpfte jahrelang für das Recht seiner Frau, in Würde sterben zu können. Ihre tiefgläubigen Eltern wehrten sich dagegen und hatten bis zuletzt mit allen juristischen Mitteln versucht, eine Wiederaufnahme der künstlichen Ernährung zu erzwingen. Unterstützt wurden sie von konservativ-christlichen Gruppen, Abtreibungsgegnern und vor allem republikanischen Politikern. Die Gerichte gaben jedoch Terris Mann Recht, der das Ende der künstlichen Ernährung in einem sieben Jahre dauernden Rechtsstreit erwirkt hatte.

Dem Obduktionsbericht zufolge war das Gehirn der Patientin auf die Hälfte der Größe eines gesunden Menschen geschrumpft. Terri Schiavo hatte 1990 einen Herzinfarkt erlitten, in dessen Folge das Gehirn nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt wurde.

Der in den Medien breit behandelte Fall hatte die USA gespalten. Mit den Eltern hatte sich vor allem die religiöse Rechte des Landes stark gemacht. Selbst die US-Bundesregierung hatte sich eingeschaltet. Präsident George W. Bush unterzeichnete ein nur für Terri Schiavo vom Kongress erlassenes Gesetz, das eine Anhörung vor einem Bundesgericht erzwungen hatte. Aber auch dieses Gericht und die Berufungsinstanz entschieden im Sinne des Ehemanns. Danach riefen die Eltern weitere Gerichte an. Zuletzt lehnte es das Oberste Gericht der USA abermals ab, sich mit dem Fall zu beschäftigen. In der breiten Bevölkerung hatten die Eltern allerdings keinen starken Rückhalt. In Umfragen sprach sich eine Mehrheit der Befragten gegen das Eingreifen des Bundes aus.

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