Operation verläuft ohne Komplikationen
Hoffnung für Kind mit vier Armen und vier Beinen

Ärzte einer indischen Spezialklinik haben am Dienstag damit begonnen, ein zwei Jahre altes Mädchen mit vier Armen und vier Beinen zu operieren. Mit dem rund 40 Stunden andauernden Eingriff möchten die Chirurgen des Sparsh-Hospitals in der südindischen Metropole Bangalore dem Kind ein neues Leben ermöglichen.

HB NEU DELHI. Derzeit kann es weder stehen noch laufen. Das Mädchen Lakshmi ist nach der vierarmigen indischen Gottheit für Wohlstand und Schönheit benannt.

Lakshmi sei ein sehr seltener Fall einer Verschmelzung, die nur bei zwei Prozent aller Siamesischen Zwillinge vorkomme, sagte die Koordinatorin der Sparsh-Stiftung, Mamatha Patil. Einer der Zwillingsembryonen höre im Mutterleib auf zu wachsen, und der andere entwickele sich auf dessen Kosten. Die vier zusätzlichen Gliedmaßen gehörten dem zweiten unterentwickelten Körper und seien an Lakshmis Beckenknochen angewachsen, erläuterte Patil weiter.

Insgesamt 36 Ärzte unterschiedlicher Fachrichtungen sind nach Angaben der indischen Nachrichtenagentur IANS an der komplizierten Operation beteiligt. Es sei der erste Eingriff dieser Art in Südasien. Ein Krankenhaussprecher bezifferte die Überlebenschancen für Lakshmi mit 50 Prozent. Am ersten Tag habe es jedoch keine Komplikationen gegeben. Am Donnerstagmorgen wollen die Ärzte den Eingriff abschließen.

Finanziert wird die Operation von der Sparsh-Stiftung, die das Krankenhaus betreibt. Der Chefarzt sei von einer Hilfsorganisation auf das Mädchen aufmerksam gemacht worden, berichtete IANS. Den Angaben zufolge stammt Lakshmi aus einer armen Familie im ostindischen Bundesstaat Bihar. Seine Eltern hätten es im Haus versteckt, nachdem ihnen von Geschäftemachern Geld für die Tochter angeboten worden war. „Die Eltern wollten keine Zirkusattraktion aus ihrem Kind machen“, sagte Patil. Sie hätten der Operation sofort zugestimmt.

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