Organspende-Missbrauch
Regensburger Chef-Chirurg im Visier der Ermittler

Der Organspende-Skandal zieht weitere Kreise: Auch der beurlaubte Chef der Chirurgie an der Uniklinik Regensburg soll in den Fall verwickelt sein. Eine arabisch-sprachige Webseite der Klinik lieferte offenbar Hinweise.
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RegensburgIm Zusammenhang mit dem Organspende-Skandal ist ein weiterer Arzt der Uniklinik Regensburg ins Visier der Justiz geraten. Seine Behörde ermittle nun auch gegen den beurlaubten Leiter der Chirurgie, teilte der stellvertretende Sprecher der Staatsanwaltschaft Regensburg, Markus Pfaller, am Montag mit. Er bestätigte damit einen Bericht des Magazins „Focus“. Pfaller betonte, die Behörde sei allerdings nicht von sich aus aktiv geworden, sondern habe damit auf eine bei der Göttinger Staatsanwaltschaft eingegangene Anzeige reagiert.

Der Erstatter der Anzeige habe zur Begründung auf die arabischsprachige Internetseite der Uniklinik verwiesen, wo die Klinik ihre Leistungen vorstelle. Der Inhalt der Seite werde dem früheren Leiter der Chirurgie zugeschrieben. „Zum Inhalt der Internetseite kann ich derzeit noch nichts sagen, weil diese erst übersetzt werden muss“, sagte Pfaller. „Daher ist im Moment noch völlig unklar, on der Inhalt Anlass für weitere Untersuchungsschritte sein wird“, fügte Pfaller hinzu.

Eine Sprecherin der Uniklinik Regensburg wollte sich am Montag zu den Vorwürfen gegen den früheren Chef der Chirurgie nicht äußern, solange die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft noch liefen. Sie bestätigte allerdings, dass der leitende Mediziner seit Bekanntwerden der Vorwürfe Anfang August beurlaubt ist.

Ein Oberarzt steht unter Verdacht, zuerst in Regensburg und später im Göttinger Uniklinikum Krankenakten gefälscht zu haben. Dabei soll er die Krankheit auf dem Papier verschlimmert haben, damit den Patienten schneller eine neue Leber implantiert wurde - obwohl andere sie vielleicht nötiger gehabt hätten. Der Arzt, der seit November vom Dienst suspendiert ist, bestreitet nach Angaben der Göttinger Klinik die Vorwürfe. Von 2004 bis 2006 sollen in Regensburg in 23 Fällen die Krankendaten bei Lebertransplantationen manipuliert worden sein.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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