Oscar-Panne im Video
Wie konnte das nur passieren?

So eine Panne hat es bei der Oscar-Verleihung noch nie gegeben: „La La Land“ wird als bester Film ausgerufen. Dankesreden werden gehalten – doch dann die Korrektur. Verantwortlich sind die Wirtschaftsprüfer von PwC.
  • 1

HollywoodDie Schauspieler Warren Beatty und Faye Dunaway präsentieren den Oscar für den besten Film. Er öffnet den roten Umschlag, liest das Kärtchen, stutzt, schaut nochmal in den Umschlag, liest erneut das Kärtchen und hält es dann seiner Kollegin hin. Dunaway liest laut: „La La Land“. Während die Produzenten ihre Dankesreden halten, wird aber korrigiert: „Moonlight“ ist der Gewinner.

Sehen Sie hier das Drama im Video:

Was stand denn genau auf Beattys Karte?

Auf Bildern der Show ist deutlich zu lesen, was auf dem Umschlag in Beattys Händen steht: „Actress in a leading role“ – also Hauptdarstellerin. Auch Beatty erklärt, auf der Karte habe gestanden: „Emma Stone, La La Land“. Es war also der Gewinner-Umschlag für diese Kategorie, nicht für die Kategorie bester Film.

Wann hat denn Emma Stone ihren Oscar gewonnen?

Direkt vor dem Auftritt von Beatty und Dunaway hatte die 28-Jährige ihren Oscar in Empfang genommen. Und hinter der Bühne erzählte Stone: „Ich habe meine Gewinnerkarte die ganze Zeit in den Händen gehalten.“

Wie kann das sein – gibt es tatsächlich zwei Gewinnerkarten mit dem Namen „Emma Stone“?

Ja, es gibt zu jeder der 24 Kategorien zwei identische Umschläge.

Warum ist das so?

Aus Sicherheitsgründen. Das Wirtschaftsprüfungsunternehmen PricewaterhouseCoopers ist für die geheime Zählung und Auswertung der Stimmen der mehr als 6600 Mitglieder der US-Filmakademie zuständig. Wenn dies geschehen ist, werden zweimal 24 Karten gedruckt und in Umschläge verpackt. Ein vollständiger Satz Umschläge kommt in eine spezielle Aktentasche von PwC-Mitarbeiter Brian Cullinan, der andere Satz kommt in die Tasche von PwC-Mitarbeiterin Martha L. Ruiz. Sollte eine Tasche abhanden kommen, hat man immer noch die zweite.

Und was passiert während der Oscar-Gala?

Die beiden PwC-Mitarbeiter stehen mit ihren Aktentaschen an der Seite der Oscar-Bühne – einer links, einer rechts. Je nachdem, von welcher Seite ein „Presenter“ auf die Bühne kommt, nimmt er einen Umschlag von Ruiz oder von Cullinan entgegen. Damit es dabei nicht zu einem Durcheinander kommt, ist die Preiskategorie vorne auf dem roten Umschlag aufgedruckt.

Was ist diesmal schiefgelaufen?

Mittlerweile hat sich das für die Oscar-Umschläge verantwortliche Unternehmen PricewaterhouseCoopers für die Panne bei der Oscar-Verleihung entschuldigt. Den Laudatoren seien versehentlich die Umschläge für die falsche Kategorie überreicht worden, heißt es in einem Statement der Wirtschaftsprüfer, die seit Jahrzehnten auch für die geheime Zählung und Auswertung der Stimmen bei der Oscar-Abstimmung zuständig sind. „Wir untersuchen derzeit, wie das passieren konnte, und bedauern zutiefst, dass das vorgefallen ist.“

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Oscar-Panne im Video: Wie konnte das nur passieren?"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • "Wie konnte das nur passieren?"

    Shit happens (ich kann da mitreden).

    Wär‘ natürlich keine schlechte Idee gewesen, vorab sicherzustellen, dass es keine Gewinnkarte doppelt in den Saal schafft.

    Na, passiert. Zum Glück sind die Folgen ja in diesem Fall verkraftbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%