Papst lädt zum nächsten Weltjugendtag 2008 nach Sydney an
Verhaltener Applaus für den deutschen Papst

Der Weltjugendtag in Köln geht am Sonntagabend zuende. Papst Benedikt XVI. hat bei der Messe auf dem Marienfeld gleich zum nächsten Ereignis in Sydney 2008 eingeladen. Der Gottesdienst mit einer Millionen Menschen war Höhepunkt des Christentreffens.

HB KÖLN. Es war der größte Gottesdienst in der deutschen Geschichte. Der Papst beschwor darin die Rolle des Glaubens für den modernen Menschen und lobte den Einsatz der Jugend für eine gerechtere Welt. „Ich weiß, dass ihr als junge Menschen das Große wollt, dass ihr euch einsetzen wollt für eine bessere Welt.“ Zugleich appellierte er an die Jugendlichen, den christlichen Glauben zur Richtschnur ihres Handelns zu machen. Freiheit bedeute nicht, „sich auszuleben und für autonom zu halten“, mahnte der Papst.

Die Jugendlichen aus fast 200 Ländern verfolgten am Sonntag die Predigt mit großer Konzentration, während der Rede gab es aber eher verhaltenen Beifall. Großer Jubel, wie er bei Auftritten Johannes Paul II. üblich war, blieb aus. „Bleibt Christus und der Kirche immer treu. Der Friede sei immer mit euch“, rief der Papst den Menschenmassen zum Abschied vom Weltjugendtag zu, bei dem sich seit Dienstag rund 400 000 Jugendliche in Köln versammelt hatten.

Weltweit wurde die Messe nach Angaben des Westdeutschen Rundfunks (WDR) von 250 Millionen Menschen im Fernsehen verfolgt. Zum Transport der Pilger setzte die Bahn allein am Wochenende 800 Sonderzüge ein.

Die meisten Jugendlichen, die sich auf einer Fläche von rund 600 Fußballfeldern zusammendrängten, hatten trotz der Kühle die Nacht auf dem ehemaligen Braunkohleabbau verbracht. Sie begrüßten das Oberhaupt der Katholiken mit lauten „Be-ne-detto“-Rufen. „Ich wäre gerne mit dem Papa-Auto durch das ganze Gelände gefahren, um jedem Einzelnen nahe zu sein“, bedauerte der Papst vor seiner Predigt.

In seiner stark theologisch gefärbten Predigt beklagte der Papst den Mangel an Religiosität in unserer Zeit. „Heute gibt es in großen Teilen der Welt eine merkwürdige Gottvergessenheit.“ Dies sei Ursache, dass viele Menschen unter Unzufriedenheit litten. Christentum bedeute auch „der Sieg der Liebe über den Hass, der Sieg der Liebe über den Tod“. Am Ende der Messe lud der Papst die jungen Katholiken unter dem Jubel der etwa 2000 Gläubigen aus Australien zum nächsten großen Weltjugendtag 2008 nach Sydney ein.

Die Rückkehr Benedikts von seiner historischen ersten Auslandsreise nach Rom ist für den Abend geplant.

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