Paradies jenseits von Afrika
Quirimbas-Archipel: Die vergessenen Inseln

Weißer Sandstrand, wiegende Palmen, blauer Himmel, Korallenbänke, klares, warmes Wasser - so sieht die Insel aus, von der Europäer bei Schmuddelwetter träumen. Konkret heißt sie Matemo – und es ist keine Bildungslücke, wenn man den Namen noch nie gehört hat. Denn die Trauminsel liegt weder in der Südsee noch in der Karibik, sondern vor Mosambiks Küste - ein Paradies, das erst langsam entdeckt wird, nachdem endlich Frieden und Stabilität in das Land am Indischen Ozean eingekehrt sind.

Fast scheint es, dass sich Geschichte wiederholt: Araber entwickelten im 6. Jahrhundert diese Küste im Südosten Afrikas durch den Handel mit Gold, Elfenbein und Sklaven, bis die Portugiesen 1498 Mosambik eroberten. Ganze 510 Jahre später kommt der Impuls zur touristischen Erschließung des Naturparadieses wieder von Arabern – diesmal aus Saudi-Arabien. Satte 140 Millionen US-Dollar pumpte Scheich und Geschäftsmann Adel Aujan in das lange Zeit vom Bürgerkrieg geschundene Land, um Mosambiks traumhafte, aber bitterarme Inselwelten auf die touristische Landkarte zu setzen.

32 Mangroven- und Koralleninseln bilden den Quirimba-Archipel, die Hafenstadt Pemba ist das Sprungbrett in eine noch weitgehend unberührte Natur – von hier aus startet die Cessna Richtung Matemo Island. Der Flug geht über türkis schillernde Buchten und weiß schäumende Riffe. Seltene Dugong-Seekühe sollen dort unten leben, Taucher schwärmen von Skorpion- und Krokodilfischen. Traditionelle Daus durchkreuzen mit ihren Segeln die Inselwelt, die zum Nationalpark erklärt wurde. Die Einmotorige rollt zwischen schlank aufragenden Palmen aus, auf einem Robinson-Crusoe-Eiland, kaum größer als Spiekeroog.

Zielsicher hat sich Scheich Adel Aujan, der mit Softdrinks und Immobilien (Rani International, mit Sitz in Dubai) sein Geld macht, den Standort für seine maritime Traumlodge ausgesucht – an einer mit dicken Sandpaketen beladenen Landzunge. In nur zehn Monaten Bauzeit wurden vierundzwanzig Chalets sowie offen konzipierte Haupthäuser im geschmackssicheren Out-of-Africa-Design aus dem Sandboden gestampft (und mit bemerkenswerten Interieurs ausgestattet), traditionelle Makuti-Palmdächer darüber geflochten, Materialien in über 200 Containern vom Festland herangeschafft. 3 200 Kokospalmen und 12 000 heimische Pflanzen und Bäume spenden Schatten. Während sich die 2 000 Insulaner über Jahrhunderte an kaum trinkbares Brackwasser gewöhnt hatten, kommt jetzt Wasser von einer Meerwasserentsalzungsanlage, die sich mit den Klimaanlagen der exklusiven Stranddomizile die Elektrizität aus dem Generator teilt; rund 20 000 Liter Diesel verschlingt der pro Monat.

Communications Officer Eliseu Bras Rodrigues ist hier ein gewichtiger Mann – weil er als Bindeglied zwischen Luxusherberge und Inselbevölkerung fungiert und seinem obersten Chef in Dubai direkt unterstellt ist. Während der Fahrt durch die verstreut liegenden dörflichen Ansiedlungen präsentiert er die Entwicklungsprojekte seines arabischen Geldgebers, der sich, so sagt er, in erster Linie dem Wohl der Menschen verpflichtet fühlt: die Grundschule für 300 Kinder, eine Nutzgartenanlage zur Förderung gesunder Ernährung, das brandneue Gemeinschaftszentrum, frische Setzlinge Hunderter fruchtbringender Avocado- und Mangobäume, der Bau zweier Moscheen. Gratis gibt es dazu jedes Jahr eine Pilgerreise nach Mekka für zwei aus dem Inselvolk.

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