Petersdom und Papstpalast sind die Zentren der Macht
Vatikan: Ministaat mit großen Reichtümern

Die auf dem Hügel Vaticano gelegene Enklave im Nordwesten Roms ist ein souveräner Staat mit dem Papst als Oberhaupt.

HB HAMBURG. Die Vatikanstadt ist ein Staat im Miniformat: mit eigener Regierung, eigener Gerichtsbarkeit und einer kleinen Armee. Außerdem unterhält der „Heilige Stuhl“ mit fast 180 Ländern der Welt diplomatische Beziehungen. In den Grenzen des Ministaates leben rund 900 Menschen, meist Kirchenmänner und Mitglieder der päpstlichen Garde. Das bekannteste Gebäude des Vatikanstaats ist der gewaltige Petersdom, an den sich der Papstpalast mit über 1000 Räumen anschließt.

Der Petersdom in Rom ist als Grabeskirche des Apostels Petrus zentrales Heiligtum und eine der bedeutendsten Pilgerstätten der katholischen Kirche. St. Peter ist die zweitgrößte christliche Kirche der Welt; die größte ist die nach ihrem Vorbild gebaute und 1990 eingeweihten Basilika Notre-Dame de la Paix in der Elfenbeinküste. Auf über 15 000 Quadratmetern finden im Dom rund 60 000 Gläubige Platz. Die Kuppel hat eine Innenhöhe von 119 Metern, unter ihr steht der Papst-Altar mit dem Bronze-Baldachin. Im Petersdom sind 164 Päpste begraben.

Der Petersdom wurde 1626 eingeweiht. An gleicher Stelle stand aber zwischen 326 und 1506 schon einmal eine Kirche, die abgerissen wurde, um Platz für das neue Gebäude zu schaffen. Der erste Entwurf für den heutigen Bau stammt von dem Baumeister Bramante, doch prägend war die Arbeit Michelangelos, Bauleiter seit 1547.

Der Petersplatz vor dem Dom wurde zwischen 1656 und 1667 gestaltet. Er wird von 284 Säulen in Viererreihen umfasst. In der Mitte des Platzes steht ein Obelisk aus dem Circus, in dem Petrus hingerichtet wurde. Im Fuß des Obelisken soll die Asche Cäsars sein, in seiner Spitze ein Teil der Kreuzes Jesu.

Das historisch gewachsene Gebilde Vatikanstaat mit seinen Befestigungsmauern aus dem 16./17. Jahrhundert erhielt seinen eigenständigen Status 1929 nach Abschluss der Lateranverträge mit Italien. Am 11. Februar schufen Papst Pius XI. und Benito Mussolini den Vatikan in seiner heutigen Größe und sicherten ihm zusätzliche Hoheitsrechte sowie Gebäude. Dazu gehören die päpstliche Sommerresidenz Castel Gandolfo sowie Bürogebäude, Paläste und Basiliken in Rom.

Die Vermögenswerte des Vatikans sind ein viel diskutiertes Geheimnis. Die Schätzungen reichen von 1,2 Milliarden Euro bis 12 Milliarden Euro und mehr. Dazu zählen auch die Kunstwerke und Gebäude des Kirchenstaates, die größtenteils unveräußerlich sind. Große Teile des Vermögens sind in Wertpapieren und Goldreserven angelegt. Hinzu kommen Mieteinnahmen, Verkauf von Münzen, Briefmarken und Souvenirs sowie Abgaben aus der Kirchensteuer der Diözesen und der so genannte Peterspfennig, eine jährliche Sonderkollekte für den Papst.

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