Polenreise
Papst wandelt auf den Spuren seines Vorgängers

Ein gutes Jahr nach seinem Amtsantritt hat sich Papst Benedikt XVI. in Polen auf die Spuren seines Vorgängers begeben. In Warschau bereiteten ihm am Donnerstag zehntausende Menschen einen herzlichen Empfang – allerdings deutlich weniger als es noch bei Johannes Paul II. waren.

HB WARSCHAU. Zum Auftakt der viertägigen Reise begrüßten mehrere tausend Gläubige das Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche, die den Deutschen auch ins ehemalige nationalsozialistische Vernichtungslager Auschwitz führen wird, auf dem Warschauer Flughafen. Dort empfingen auch der polnische Präsident Lech Kaczynski und Ministerpräsident Kazimierz Marcinkiewicz den Nachfolger von Johannes Paul, der in seinem Heimatland seit seinem Tod am 2. April 2005 wie ein Heiliger verehrt wird.

„Ich bin gekommen, um den Spuren seines Lebens zu folgen, von seiner Kindheit bis zu dem Tag, an dem er seine Heimat für das denkwürdige Konklave 1978 verließ“, sagte Benedikt bei der Begrüßungszeremonie auf dem Flughafen über seinen „geliebten Vorgänger“. Johannes Paul hatte die katholische Kirche mehr als zwei Jahrzehnte lang geprägt und seine Landsleute nicht zuletzt dabei unterstützt, die kommunistische Herrschaft zu Fall zu bringen. Wenige Wochen nach seiner Amtsübernahme hat Benedikt ein beschleunigtes Verfahren zur Seligsprechung des Polen eingeleitet.

Der aus Bayern stammende Benedikt eröffnete seine Begrüßungsrede auf polnisch und entsprach damit dem Wunsch vieler Polen. In Umfragen hatten mehr als 80 Prozent von ihnen gesagt, sie hofften darauf, dass der Deutsche ihre Landessprache benutze und seinen Vorgänger häufig erwähne. In Unternehmen und Büros hatten sich zahlreiche Angestellte und Mitarbeiter um die Fernsehapparate versammelt, um diesen Moment nicht zu verpassen.

Nach wenigen Sätzen wechselte der Papst dann aber ins Italienische, der Sprache des Vatikan. Der von den Katholiken als Stellvertreter Gottes auf Erden verehrte oberste Würdenträger der Kirche versicherte, dass er den Besuch im Heimatland seines Vorgängers auch als „eine Reise des Glaubens“ verstehe, als Teil der Aufgabe, die Gott ihm gegeben habe.

Seite 1:

Papst wandelt auf den Spuren seines Vorgängers

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%