Pop-Stars als Unternehmer
Warum Sting Millionen in ein Weingut steckt

Der britische Rockstar Sting kommt zur weltgrößten Weinmesse nach Düsseldorf. Hier macht er Werbung für sein Weingut Il Palagio in der Toskana. Dabei war sein Start in dem Geschäft alles andere als erfolgreich.
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DüsseldorfZugegeben, der Einstieg ins Wein-Geschäft ging ordentlich daneben. Lange hatten der britische Rockstar Sting und seine Frau, Filmemacherin Trudie Styler nach einem Weingut in Italien gesucht. Schließlich drückte ihnen ein Makler ein gutes Glas Rotwein in die Hand und führte sie durch das Anwesen Il Palagio in der Toskana.

Der Deal war besiegelt. Erst später fanden Sting und Styler heraus, dass das gute Tröpfchen, gar nicht auf ihrem Weingut hergestellt worden war. „Es war noch nicht mal italienischer Wein, es war Bordeaux“, erinnert sich Styler auf der ProWein in Düsseldorf. Das eigene Erzeugnis war bestenfalls mittelmäßig.

Der Flop weckte den Ehrgeiz des Künstlerehepaars. Nach dem Kauf des 900 Hektar großen Anwesens Ende der 90er Jahre investierten sie Millionen in das Grundstück in der Nähe von Florenz. Sie engagierten renommierte Winzer, stellten die Produktion auf Bio-Weine um.

Mittlerweile wird auf Il Palagio auch Olivenöl und Honig produziert. Der bekannteste Wein, „Sister Moon“, nach einem Song des Musikers, wurde 2016 auf einer Messe in Italien zu einem der besten des Landes gekürt – auch wenn nur ein Teil der Trauben dafür tatsächlich auf Stings Gut produziert werden.

Nun folgt die nächste Stufe: Expansion. Der Sänger kombiniert seine anstehende Europa-Tour mit Wein-Verkostungen. Sein Besuch in Düsseldorf ist der Start der „Music and Tasting Tour“, die ihn unter anderem nach Hannover, München, Paris und London führen wird.

Tief ins Glas geschaut

Der 65-Jährige, der zunächst mit der Band Police und später solo mit Songs wie „Fields of Gold“ und „When we Dance“ berühmt geworden ist, ist längst nicht der einzige Promi, der ein Weingut besitzt. Schauspieler Gérard Depardieu, Italiens Rocksängerin Gianna Nannini und Popstar Madonna zum Beispiel gehören ebenfalls dazu.

Die schwere Arbeit überlassen sie jedoch anderen. „Ich pflücke lieber Oliven, das ist einfacher“, gibt Sting zu, der die Sommer oft mit der Familie in der Toskana verbringt. Dann probt er auch im Weinkeller, „weil es so schön hallt.“ Ob das gut oder schlecht für den Wein ist? Er zuckt mit den Achseln. „Das weiß ich nicht.“

Astrid Dörner ist Korrespondentin in New York.
Astrid Dörner
Handelsblatt / Deskchefin Agenda

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