Porträt
Görlitz: Ein Brückenschlag zum Nachbarn

Rein geographisch werden Görlitz und sein polnischer Nachbar Zgorzelec durch die Neiße getrennt. Doch für die Menschen ist der Fluß keine politische Grenze, sondern das kulturell- wissenschaftliche Zentrum beider Städte. Entlang der Ufer werden beiderseits Objekte wie z. B. die Stadthalle, die Synagoge, die Hochschule und die Oberlausitzer Ruhmeshalle architektonisch zu einem Gesamtentwurf entwickelt.

HB GÖRLITZ. Die Bewerbung von Görlitz um den Titel der Kulturhauptstadt Europas 2010 steht unter dem Motto „From the middle of nowhere to the heart of Europe“ (Aus dem Nirgendwo ins Herz von Europa). Zentrales Element ist der so genannte Brückenpark, ein gemeinsames Projekt mit dem polnischen Nachbarn Zgorzelec. Beidseits des Grenzflusses Neiße soll in den kommenden Jahren ein kulturell- wissenschaftliches Zentrum beider Städte entstehen.

Die Europa- und Brückenstadt Görlitz in Ostsachsen liegt etwa 2,5 Zugstunden südlich von Berlin und 1,5 Zugstunden östlich von Dresden. 1071 als Dorf „villa gorelic“ erstmals erwähnt, entwickelte sie sich nach 1220 zur Stadt. Im Mittelalter kreuzten sich hier die bedeutenden Handelswege zwischen West und Ost sowie von Süd nach Nord. Geprägt wurde die Metropole in der Oberlausitz durch Einflüsse aus Böhmen, Schlesien, Brandenburg und Sachsen. Bevölkerung und Geschichte vereinen deutsche und slawische Kultur und Lebensart.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Industriestadt 1945 geteilt, die Oststadt zum polnischen Zgorzelec. Über Jahrzehnte lag sie zuerst an der DDR-, später an der EU-Außengrenze. Die Einwohnerzahl ging um ein Drittel zurück. Der politische Umschwung 1990 bot Möglichkeiten für eine Rolle als Mittlerin zwischen West und Ost. 1998 wurde die Europastadt Görlitz/Zgorzelec proklamiert, seit der EU-Osterweiterung im Mai 2004 liegt sie im Herzen des größer gewordenen Europa. Derzeit leben knapp 61 000 Menschen in Görlitz.

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