Preis für Geert Mak
Leipziger Buchmesse eröffnet

Mit einem Festakt im Gewandhaus ist die Leipziger Buchmesse 2008 am Mittwochabend eröffnet worden. Zum Auftakt nahm der niederländische Publizist Geert Mak (61) den mit 15 000 Euro dotierten Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung entgegen.

HB LEIPZIG. Bis Sonntag präsentieren in Leipzig 2267 Verlage aus fast 40 Ländern ihre Neuerscheinungen. Die Messe verzeichnet damit eine Rekordbeteiligung. Europas größtes Lesefest „Leipzig liest“ bietet außerdem rund 1900 Lesungen und Diskussionen mit prominenten Autoren.

Zu Beginn der Bücherschau ist die Branche in bester Stimmung. Im vergangenen Jahr sei der Buchumsatz auf den Hauptvertriebswegen Buchhandel, Warenhaus und E-Commerce um 3,9 Prozent gestiegen“, sagte der Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, Gottfried Honnefelder, am Mittwoch. „Das ist eine unglaubliche Zahl für den Buchhandel, die nicht alleine auf Harry Potter, Hape Kerkeling oder Papst Benedikt zurückzuführen ist.“ Besonders im Aufwärts-Trend lagen Science-Fiction, Fantasy und Krimis. Die Branche sieht laut Honnefelder nach den ebenso positiven beiden ersten Monaten 2008 freundlich in die Zukunft.

Preisträger Mak mahnte in seiner zuvor schriftlich verbreiteten Dankesrede einen sensiblen Umgang mit Geschichte und Gegenwart an. „Unsere Eltern und Großeltern waren ja auch nicht besser oder schlechter als wir. Trotz aller Lehren aus dem zwanzigsten Jahrhundert sehe ich, wie in meinem Land unzählige Menschen schon wieder den verführerischen Botschaften geschickter Phrasendrescher erliegen“, sagte der Historiker. „Weiter in Westeuropa sehe ich, wie versimpelnd manchmal über die herzzerreißenden Dilemmas, die für das Überleben in einer Diktatur unvermeidlich waren, geurteilt wurde.“

Der Preis zur Europäischen Verständigung wird seit 1994 von der Stadt Leipzig, dem Freistaat Sachsen und dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels vergeben. Geehrt werden Persönlichkeiten, die sich um die Verständigung in Europa verdient gemacht haben. Mak wird für seine in den vergangenen Jahren erschienenen Bücher zu europäischen Themen gewürdigt.

„Geert Mak führt, wie es sich gehört, Aufklärung im Schilde“, sagte Laudator Johannes Willms, Kulturkorrespondent der „Süddeutschen Zeitung“, laut vorab verbreiteter Mitteilung. In seinem Werk „Europa. Eine Reise durch das 20. Jahrhundert“ zum Beispiel habe er „mit einem riesigen Schleppnetz kunterbunt Impressionen, Erinnerungsfetzen, Stimmen, Geräusche, Farben ... eingesammelt“.

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