Probleme auf der Schiene
Verspätungen im Fernverkehr der Bahn

Während sich elbabwärts die Hochwasserlage entschärft hat, bleibt sie gerade in Sachsen-Anhalt dramatisch. Der Bahnverkehr nach Berlin ist weiter beeinträchtigt. Peter Altmaier erwägt derweil drastische Maßnahmen.
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BerlinDie Hochwasser-Katastrophe in Teilen Ost- und Norddeutschlands ist noch lange nicht ausgestanden. In der Nacht zum Dienstag blieb die Lage weitgehend konstant. In Brandenburg, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein hoffen Helfer, der Elbeflut mit Deichen und Sandsäcken standhalten zu können. Das Elbe-Hochwasser in Niedersachsen ist zunächst nicht weiter gestiegen. In der Nacht zum Dienstag haben sich die Pegelstände weitgehend unverändert eingependelt, erklärten die Krisenstäbe der betroffenen Landkreise Lüchow-Dannenberg und Lüneburg. Deichbrüche oder größere Schäden an Schutzwällen gab es bislang nicht.

Nach dem Deichbruch bei Fischbeck in Sachsen-Anhalt ergießen sich die Wassermassen weiter ins Hinterland. Die Bundeswehr wollte am Dienstagmorgen nach Angaben des Krisenstabs der Landesregierung erneut versuchen, die Bruchstelle zu schließen. Die Arbeiten daran waren gegen Mitternacht abgebrochen worden. Nun sollten aus Hubschraubern wieder große Sandpakete abgeworfen werden.

Damit soll zumindest eine Reduzierung der einfließenden Wassermenge erreicht werden. Das Wasser hat die Bundesstraße 107 zwischen Jerichow und Fischbeck überflutet. Inzwischen nähert es sich dem Stadtgebiet von Jerichow. Kritisch war die Lage auch an einem Umspannwerk in Sandau im Landkreis Stendal, das die Stromversorgung von Havelberg und den angrenzenden Teilen Brandenburgs sichert. Derzeit sei es aber gegen die Fluten gesichert, hieß es.

Zugleich nimmt die Debatte darüber Fahrt auf, wie die Flutschäden in Milliardenhöhe bezahlt werden können. Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) will die Opfer des Hochwassers mit Pauschalzahlungen aus einem Fluthilfefonds unterstützen. Der Topf solle von Bund und Ländern gleichermaßen gefüllt werden, sagte Rösler am Dienstag im Inforadio des RBB. Nach dem Hochwasser 2002 habe es einen ähnlichen Fonds gegeben. „Das hat sich bewährt.“ Wie viel Geld über den Fonds zur Verfügung gestellt werden soll, ließ Rösler offen. Das Thema Fluthilfe wird auch bei dem Treffen der 16 Ministerpräsidenten mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) am diesem Donnerstag zur Sprache kommen.

Im Landkreis Stendal sind nach Angaben der Landesregierung derzeit rund 2800 Einsatzkräfte im Einsatz, davon mehr als 1000 Bundeswehrsoldaten. Dazu kommen rund 2400 freiwillige Helfer. Bisher seien dort knapp 8000 Menschen von Evakuierungen betroffen. Für 3300 Menschen sei die Evakuierung vorbereitet worden. In Magdeburg, der Landeshauptstadt von Sachsen-Anhalt, sinkt der Pegelstand der Elbe unterdessen weiter.

Rund 9000 Soldaten sind in Sachsen-Anhalt weiter im Einsatz, wie ein Bundeswehrsprecher sagte. Der Krisenstab der Landesregierung erklärte, man werde den Einsatz in Stendal nun selbst koordinieren, weil sich die Lage so zugespitzt habe. Eine enge Koordination mit dem Nachbarland Brandenburg und ein größerer Bundeswehreinsatz seien notwendig.

Kommentare zu " Probleme auf der Schiene: Verspätungen im Fernverkehr der Bahn"

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  • Mich wundert, überall heisst es die gegend verlassen, es wird evakuriert. Aber wohin und wer trägt die Kosten?
    2. Elementraversicherung werden von der Versicherungen abgelehnt. Hier muss die Politik einschreiten. Es muss vernünftige, niedrige Prämien geben, auch für die armen Rentner. Wieso versichern die Versicherungen unfähige, "kriminelle" Manager, auf Kosten der Belegschaft und die Politik lässt dies zu? Dies muss sofort verboten werden.

  • Ich verstehe nicht, das die Bürger welche in gefährdeten Hochwassergebieten wohnen und arbeiten, trotz langer Vorwarnzeit, nicht Ihre Fahrzeuge und wichtigsten Dokumente rechtzeitig ins Trockene verbracht haben?

  • Man stelle sich nun das gleich szenario vor mit fracking technologie, und wie dann die Bruehe aussieht, und wie lange das Trinkwasser flaechendeckend verunreinigt und die Boeden vergiftet sind.

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