Promi-Erfolg nach der RTL-Show
Der Preis des Dschungels

Melanie ist die neue Dschungelkönigin. Doch was bringt ihr der Nahkampf mit Mensch und Tier finanziell? Ein Blick auf ihre Vorgänger zeigt: Sie sollte den Gewinn besser gut anlegen.
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DüsseldorfAn diesem Sonntag, kurz nachdem Melanie zur neuen Dschungelkönigin gekürt wurde, tritt Ex-Teilnehmer Costa Cordalis in der Einkaufspassage der 36.000-Einwohner-Stadt Bernau bei Berlin auf. Klingt nicht nach Ruhm und Reichtum. Vielleicht ist die Thronbesteigung von 2004, die ihm 48.000 Euro sicherte, einfach schon zu lange her.

Kurz nach seinem Sieg in der Show „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus“ bezifferte Cordalis seinen Marktwert auf eine halbe Million Euro. Eine Chartplatzierung mit dem Lied Jungle Beat und dessen Performance auf unzähligen Events sowie ein Werbevertrag spülten Geld in seine Kasse. Mittlerweile hat sich der erste Gewinner des Dschungelcamps fast ganz aus dem aktiven Showgeschäft zurückgezogen. Seine Kinder haben ihn beerbt. Den Auftritt am verkaufsoffenen Sonntag wird er mit seinem Sohn Lukas absolvieren.

Noch tiefer in der Versenkung verschwunden sind die Dschungelhoheiten Ingrid van Bergen und Peer Kusmagk, Sieger der Staffeln 2009 und 2011. Während Ingrid van Bergen wenigstens einen Ruf besitzt, muss man bei dem Namen Peer Kusmagk schon sehr lange im Gedächtnis kramen. „Wenn man da rauskommt, dann ist man ein halbes Jahr lang eine Mischung aus Bundespräsident und Karnevalsprinz. Du wirst zu jeglichem Kram gefragt. Aber genauso schnell vergeht das auch wieder“, beschrieb Kusmagk die Zeit nach seinem Sieg in einem Interview mit dem Tagesspiegel.

Diese Popularität blieb auch finanziell nicht folgenlos. Für ihn sprang ein Vertrag als Moderator von Trash-TV-Sendungen bei ProSiebenSat.1 heraus. Doch damit endete es auch. Heute führt der ehemalige Frühstücksfernsehen-Moderator ein Restaurant in Berlin und moderiert eine Show beim Radiosender RS2.

Anders sieht es bei einer der bekanntesten deutschen Filmdarstellerin der 50er und 60er Jahre aus. Ingrid van Bergen, mittlerweile stolze 82 Jahre alt, hatte sich von ihrem Busch-Aufenthalt mehr versprochen. Sie träumte von einer eigenen Comedyserie. Doch daraus wurde nichts. Ganz leer ging die Vegetarierin, die durch das Verspeisen von tierischen Körperteilen im australischen Busch ihre Überzeugung über Bord warf, aber nicht aus.

Die magere Ausbeute war ein Engagement im Berliner Schlosspark-Theater von Dieter Hallervorden und eine Rolle in der RTL-Serie „Doctor's Diary“, die 2011 schon wieder aus dem Drehbuch gestrichen wurde. Ihren Lebensunterhalt bestreitet der Star aus Rosen für den Staatsanwalt (1959) auch mit Synchronsprecherrollen. Von der Grande Dame zur Sprecherin der bösen Westhexe in „Der Zauberer von Oz“. Da konnte auch der Urwaldtitel nicht viel gegensteuern.

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