Prozess gegen Bruder des Reemtsma-Entführers hat begonnen
Schlappe der Anklage im Drach-Prozess

Acht Jahre nach der Entführung des Millionärs Jan Philipp Reemtsma hat in Aachen der Geldwäscheprozess gegen Lutz Drach, Bruder des Kidnappers Thomas Drach, begonnen.

HB AACHEN. Dem 43-Jährigen wird Geldwäsche in drei Fällen vorgeworfen. Insgesamt soll er 3,9 Mill. Euro Lösegeld gewaschen haben. Hauptzeuge ist ein ehemaliger Geldkurier, der den entscheidenden Hinweis auf Lutz Drach gegeben hatte. Vom Großteil der damals erpressten 15 Mill. Euro fehlt jede Spur. Der Entführer Thomas Drach verbüßt eine Haftstrafe von über 14 Jahren.

Die Anklage muss im Prozess bis zum Mittag fehlende Akten vorlegen. Der Vorsitzende Richter am Aachener Landgericht entsprach einem Antrag von Drachss Anwalt. Damit bahnt sich eine Verzögerung in dem Prozess an. Lutz Dsoll umgerechnet 3,9 Millionen Euro Lösegeld aus der Reemtsma-Entführung gewaschen haben.

Im Entführungsfall des Hamburger Millionärs Jan Philipp Reemtsma wurde 1996 mit umgerechnet 15 Mill. Euro das höchste Lösegeld in Deutschland gezahlt. Der 43-jährige Lutz Drach soll laut Anklage im Auftrag seines Bruders 3,9 Millionen Euro nach Madrid und später wieder zurück nach Deutschland gebracht haben. Kidnapper Thomas Drach sitzt eine Haftstrafe von über 14 Jahren ab. Vom Großteil des Lösegeldes fehlt jede Spur.

Drachs Anwalt Detlef Hartmann forderte zum Prozessbeginn die Aussetzung der Hauptverhandlung und uneingeschränkte Akteneinsicht. Die Staatsanwaltschaft habe ihm nur einen Bruchteil der Akten zur Verfügung gestellt. „Das ist ein Affront gegen die Rechte der Verteidigung“, sagte Hartmann. Die Staatsanwaltschaft begründete das Vorgehen mit laufenden Ermittlungen gegen mutmaßliche Komplizen. Das Gericht will am Mittag über das weitere Vorgehen entscheiden.

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