Prozess
Pumuckl-Erfolg soll sich bezahlt machen

"Hurra, hurra, der Kobold mit dem roten Haar..." - Wenn dieses Lied ertönt, wissen fast alle Menschen, dass wieder Pumuckl-Zeit ist. Im Duett mit Meister Eder avancierte der vorlaute Kobold zu einer der erfolgreichsten Serien im deutschen Fernsehen. Dieser Erfolg soll sich für Barbara Johnson, der ersten Pumuckl-Zeichnerin, nun auszahlen. Sie will am finanziellen Erfolg der Figur stärker beteiligt werden.

HB MÜNCHEN. Vor dem Landgericht München I begann am Mittwoch ein Prozess um die Ansprüche Johnsons. Sie hat ihre Forderung an die Produktionsfirma Infafilm und den Bayerischen Rundfunk (BR) bislang noch nicht beziffert. Nach Angaben des Richters hat Johnson aber einen im Herbst 2005 geschlossenen Vergleich auf Zahlung von 100 000 Euro „nur für die Vergangenheit“ widerrufen.

Die Zeichnerin hatte als 20-Jährige im Auftrag der Pumuckl- Erfinderin Ellis Kaut dem rothaarigen Kobold seine unverwechselbare Gestalt verliehen. Ab Anfang der 80er Jahre ließ Kaut die Figur von ihrem Schwiegersohn Brian Bagnall zeichnen. Damals begann der Siegeszug von Meister Eders Kobold auf der Filmleinwand und dem Fernsehschirm. „Pumuckl wird derzeit mehrmals täglich ausgestrahlt“, sagte Johnsons Anwalt Nikolaus Reber.

Er stützt die Forderung seiner Mandantin auf den Bestseller- Paragrafen des Urheberrechts, das einen Anspruch auf Anpassung der finanziellen Leistung gewähre, wenn ein „auffälliges Missverhältnis“ zwischen der ursprünglichen Vergütung und dem „unvorhersehbaren Erfolg“ eines Werks bestehe. Die Infafilm hat mehrere Pumuckl- Spielfilme sowie zwei Fernsehserien produziert. Richter Thomas Kaess nannte ferner ein „Pumuckl-TV“, in dem Teile der Serien „aufgewärmt und moderiert werden“.

BR-Anwalt Gerd Hegemann rechnet zunächst nur mit einem Teilurteil. Für ihn stellt sich die Frage, inwiefern der Pumuckl von 1962 noch Grundlage der heutigen Figur sei, „er hat sich entwickelt“. Die Frage des Urheberrechts an den Illustrationen war 2003 in einem eigenen Prozess zu Gunsten Johnsons entschieden worden. Der Prozess vor der Zivilkammer wird am 19. Juli fortgesetzt.

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