Publizistin Lea Rosh und Historiker Eberhard Jäckel stritten seit 1988 für das Denkmal
Berliner Holocaust-Mahnmal vor Eröffnung

Sechzig Jahre nach Kriegsende erhält Deutschland einen zentralen Ort des Gedenkens an den Holocaust: Nach langem politischen Streit wird am kommenden Dienstag (10. Mai) in Berlin das Denkmal für die ermordeten Juden Europas eröffnet.

HB BERLIN. Auf einem Gelände so groß wie vier Fußballfelder und einen Steinwurf von Hitlers einstiger Reichskanzlei entfernt, soll das gigantische Mahnmal an Verfolgung und Vernichtung von Millionen Juden im Nationalsozialismus erinnern.

Schon seit Wochen ist der vom Bund finanzierte Bau so gut wie fertig und die 2 700 schwarz-grauen Betonstelen ragen als düsteres Zeichen für den Massenmord zwischen Brandenburger Tor und Potsdamer Platz in den Himmel. Dicht an dicht sind die bis zu vier Meter großen Steine auf dem gepflasterten Boden aneinander gereiht. Die Größe der leicht schräg stehenden Quader nimmt zur Mitte des abschüssigen Geländes zu. Im Zentrum, das wünscht sich der Architekt Peter Eisenman, soll der Besucher ein Gefühl von Desorientierung und Ferne bekommen.

Der Baulärm auf dem 19 000 Quadratmeter großen Areal ist verstummt. Im „Ort der Information“ am Nordrand des Mahnmals sind nur noch wenige Fachleute am Werk. In den vier unterirdischen Räumen, gegen den Willen Eisenmans gebaut und von der Architektin Dagmar von Wilcken entworfen, wird für die Besucher der Leidensweg der Juden von der Deportation bis zur Ermordung nachgezeichnet. Sechs große Fotos von Opfern stehen stellvertretend für viele Millionen Tote am Beginn des Rundgangs durch die Räume der Stille, der Schicksale und der Orte. Auf der letzten Sation, dem Raum der Namen, werden die biografischen Daten von 3,5 Millionen Toten dokumentiert. Die Daten hat die israelische Gedenkstätte Jad Vaschem zur Verfügung gestellt.

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