„Ratatouille“
Haustier-Lobby fürchtet Ratten-Boom wegen Erfolgsfilm

Der Bund Deutscher Tierfreunde befürchtet einen Ratten-Boom in Deutschland. Als Grund nennen die Tierfreunde den Animationsfilm „Ratatouille“, in dem eine Ratte zum Chefkoch eines Pariser Restaurants avanciert. Erfahrungen jenseits des Rheins seien jedenfalls eindeutig.

HB KAMP-LINTFORT. In Frankreich habe der Kinofilm bereits für einen Ansturm auf Zoo-Geschäfte gesorgt, sagte Manfred Hees, Sprecher der Deutschen Tierfreunde, am Dienstag im nordrhein-westfälischen Kamp-Lintfort. „Es ist ja sehr schön, dass der Film das Image der Ratte aufpoliert“. Fans des Kino-Nagers sollten aber besser zum Plüschtier greifen, „um das Kuschelbedürfnis zu bedienen.“

Ratten seien gesellige und verschmuste Haustiere, sagte Hees. „Allerdings vergessen viele Menschen beim Kauf, dass zwar die Mode wieder geht, die Ratte aber bleibt.“ Verlieren die neuen Ratten- Liebhaber das Interesse, würden die Tiere einfach ausgesetzt. „In der Kanalisation können sie sich mit Krankheiten anstecken“, warnte Hees. Da die Nager so anhänglich seien, würden sie dann zu „zutraulichen Krankheitsüberträger.“

Nach Angaben der Tierfreunde ist die Nachfrage nach Ratten seit dem Start des Films bereits gestiegen. Besonders gefragt sei die blaue Rattenrasse „Dumbo“, die mit ihren kleinen Schlappohren dem animierten Film-Tier „Remy“ sehr ähnlich sehe. Verschiedene Zoo- Geschäfte bestätigten diesen Trend allerdings nicht. „Bei uns werden im Monat etwa 40 Ratten verkauft“, sagte eine Angestellte eines Duisburger Zoo-Fachgeschäfts. Eine gesteigerte Nachfrage sei bisher ausgeblieben. Auch in anderen Tier-Läden in Duisburg und Düsseldorf ergibt sich ein ähnliches Bild.

Bereits vor Jahren hatte ein Disney-Film für einen Tier-Boom und letztendlich überfüllte Tierheime gesorgt. Nachdem der Trickfilm „101 Dalmatiner“ in die Kinos kam, wollte jeder einen solch gepunkteten Hund haben - bis die Mode-Welle wieder abgeflacht war.

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