Retter stellen Arbeit ein
Regierung spricht von 50 000 Erdbeben-Toten

Die Zahl der Toten des Erdbebens im Iran könnte nach Schätzungen der Regierung auf 50 000 steigen und damit weitaus höher sein als bisher angenommen. Bislang sind mehr als 28 000 Tote beerdigt worden, wie das iranische Fernsehen am Dienstag berichtete.

HB TEHERAN/BAM. ach Ansicht von Helfern reicht die bisherige Hilfe nicht aus, um die Not aller Überlebenden der Katastrophe zu lindern. Die ersten Rettungsteams reisten aus der weitgehend zerstörten Stadt Bam wieder ab, da sie keine Hoffnung mehr auf Überlebende in den Trümmern hatten.

Grundlage der neuen Schätzungen zur Zahl der Toten sei die Überlegung, dass im Durchschnitt in jedem Haus fünf Menschen gewohnt hätten, sagte ein Vertreter des Innenministeriums der Nachrichtenagentur Reuters. Ein anderer Regierungsvertreter bestätigte diese Schätzung. Das Erdbeben der Stärke 6,3 auf der Richterskala hatte am Freitagmorgen die Region erschüttert.

„Es ist schon vieles an Hilfe gekommen, aber es reicht nicht. Es müssen immer noch Lücken gefüllt werden“, sagte Rob MacGillivray von der Kinderschutzorganistion Save the Children. Die aufgebauten Zelte seien überfüllt und auch vier Tage nach dem Beben lebten viele Menschen in Bam immer noch im Freien. Priorität habe die Wiederherstellung der Gesundheitsversorgung, nachdem beide Krankenhäuser Bams zerstört wurden. Dringend benötigt würden Kinderkleidung, Seife, Kochgelegenheiten sowie große Kanister zur Aufbewahrung von Trinkwasser. In Bam und Umgebung sind durch das Beben rund 100 000 Menschen obdachlos geworden. Tausende von ihnen wurden verletzt.

Nach dem Beben traf aus aller Welt Hilfe im Iran ein, auch aus Ländern, die politische Konflikte mit dem Land haben. So schickten die USA mehrere Flugzeuge mit Hilfslieferungen. Auch die benachbarten arabischen Golfstaaten sagte Hilfen in Höhe von 400 Millionen Dollar zu.

„Wir befinden uns in einer Übergangsphase von der Suche und Rettung hin zur humanitären Hilfe“, sagte Jesper Lund von der Uno-Hilfsorganisation Undac. Viele der aus 28 Ländern angereisten Rettungsteams beendeten ihre Arbeit. „Wir fahren nach Hause“, sagte der österreichische Helfer Rene Nobis. Sein Team habe lediglich 40 Leichen seit der Ankunft in Bam bergen können.

Ein georgisches Team wollte dagegen noch nicht aufgeben: „Vielleicht haben wir Glück, aber ich glaube, es wird der letzte Tag sein, um noch jemanden zu finden“, sagte ein Arzt des Teams. Noch am Montag war ein Baby in den Armen seiner toten Mutter lebend aus den Trümmern geborgen worden. Das iranische Fernsehen berichtete am Dienstagmorgen unter Berufung auf Behördenangaben, die Such- und Rettungsmannschaften hätten seit Freitag etwa 2 000 Menschen aus den Trümmern retten können.

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