Rückblick auf das Jahr
Das war der Juli 2007

Der Juli brachte uns die ersten Warnstreiks bei der Bahn, den Sturm auf die Rote Moschee in Pakistan und im scheitern alle Bemühungen vorerst. In Afghanistan werden Deutsche entführt, der letzte Band von "Harry Potter" erscheint und bei Parlamentswahl in der Türkei wird die Regierung bestätigt. Derweil boomt die Börse und Doping-Skandale überschatten die Tour de France.
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1. Juli 2007 (Sonntag)

US-Präsident George W. Bush kommt im Sommerhaus seiner Familie in Kennebunkport mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin zusammen. Ungeachtet der jüngsten Spannungen zwischen Washington und Moskau betont Putin die freundschaftlichen Beziehungen zu den USA. Die britische Polizei fahndet nach dem gescheiterten Anschlag auf den Flughafen Glasgow und der Entdeckung von zwei Autobomben in London mit Hochdruck nach den Attentätern und ihren Hintermännern. Fünf Verdächtige werden festgenommen. Bei allen handelt es sich um Ärzte oder Klinikmitarbeiter. Portugal übernimmt von Deutschland die EU-Ratspräsidentschaft. Papst Benedikt XVI. ruft die katholische Untergrundkirche und die staatlich anerkannte Kirche in China zur Versöhnung unter dem Dach des Vatikans auf. Der deutsche Schriftsteller Lutz Seiler wird mit dem diesjährigen Ingeborg-Bachmann-Preis ausgezeichnet.

2. Juli 2007

Warnstreiks der Bahngewerkschaften Transnet und GDBA sowie der Gewerkschaft der Deutschen Lokomotivführer (GDL) führen bundesweit zu Behinderungen im Bahnverkehr. Transnet und GDBA fordern für die 134.000 Beschäftigten sieben Prozent mehr Lohn und Gehalt. Die GDL will einen eigenen Tarifvertrag für die Lokführer. Bundeskanzlerin Angela Merkel spricht sich für einen Bundeswehreinsatz im Inneren aus, falls es um die Abwehr einer terroristischen Bedrohung geht. Die SPD lehnt diesen Vorstoß ab. Die CDU erneuert ihr 13 Jahre altes Grundsatzprogramm, um ihr Profil als "Volkspartei der Mitte" zu schärfen. Die Vorsitzende Merkel stellt das Programm in Berlin vor, das auf dem nächsten Parteitag verabschiedet werden soll. Nach sechs Jahren wird der israelische Botschafter in Deutschland, Schimon Stein, abgelöst. Bei einem Selbstmordanschlag im Jemen werden neun Menschen getötet. Unter ihnen sind sieben spanische Touristen, die den Balkis-Tempel der Königin von Saba in der Provinz Marib besuchten. Der slowakische Diplomat Miroslav Lajcak übernimmt von Christian Schwarz-Schilling das Amt des Hohen Repräsentanten für Bosnien-Herzegowina. Als Vertreter der internationalen Gemeinschaft hat dieser die Aufgabe, die Umsetzung des Dayton-Friedensvertrag von 1995 zu überwachen. US-Präsident Bush erlässt dem früheren Stabschef von US-Vizepräsident Dick Cheney, Lewis "Scooter" Libby, die zweieinhalbjährige Haftstrafe. Libby wurde im Zusammenhang mit der Enttarnung einer CIA-Agentin wegen Meineids und Behinderung der Justiz verurteilt.

3. Juli 2007

Das Bundesverfassungsgericht erklärt den Tornado-Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan für verfassungsgemäß und weist eine Klage der Linksfraktion im Bundestag ab. Der französische Premierminister François Fillon kündigt in seiner ersten Regierungserklärung eine Erneuerung von Gesellschaft und Politik an. Nach dem Anschlag auf den Flughafen Glasgow und den gescheiterten Terrorplänen in London kündigt der britische Premierminister Gordon Brown die Bildung eines Nationalen Sicherheitsrats an. Bei Zusammenstößen mit radikalislamischen Studenten in der Roten Moschee der pakistanischen Hauptstadt Islamabad werden mindestens neun Menschen getötet. Der US-Finanzinvestor Blackstone übernimmt für 26 Milliarden Dollar die Hotel-Gruppe Hilton. Der deutsche Software-Konzern SAP räumt im Rechtsstreit mit seinem Rivalen Oracle illegale Datenzugriffe eines Tochterunternehmens ein.

4. Juli 2007

Bei einem Anschlag im Süden Afghanistans kommen sechs kanadische NATO-Soldaten und ihr afghanischer Dolmetscher ums Leben. Die Bundesregierung billigt den Haushalt 2008 und den Finanzplan für die nächsten vier Jahre. Im kommenden Jahr will der Bund 283,2 Milliarden Euro ausgeben, 4,7 Prozent mehr als 200Juli 2007 Nach dreitägigen Warnstreiks und einem kurzfristig einberufenen Spitzentreffen mit den Gewerkschaften Transnet und GDBA kündigt die Deutsche Bahn ein neues Angebot an. Nach zweiwöchigem Streik im Baugewerbe in Niedersachsen und Schleswig-Holstein einigen sich die Tarifparteien auf einen Kompromiss. Die Bundesregierung entschuldigt sich bei den Teilnehmern von Demonstrationen gegen den G-8-Gipfel in Heiligendamm für den vorschriftswidrigen Tiefflug eines Aufklärungstornados. Nach fast vier Monaten Geiselhaft im Gazastreifen wird der britische Fernsehjournalist Alan Johnston freigelassen. Der BBC-Reporter war im März von einer extremistischen Gruppe namens Armee des Islams verschleppt worden. Mehr als 1.000 in der Roten Moschee von Islamabad verschanzte Extremisten ergeben sich den Behörden. Bei einem Waldbrand an der katalanischen Mittelmeerküste werden mindestens fünf Personen verletzt. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) vergibt die Austragung der Winterspiele 2018 an die russische Stadt Sotschi.

5. Juli 2007

Bei Kämpfen mit israelischen Truppen werden im Gazastreifen zehn Palästinenser getötet. Die Deutsche Bahn schlägt Lohn- und Gehaltserhöhungen von 3,4 Prozent und eine Sonderzahlung von 450 Euro sowie eine Verlängerung der Wochenarbeitszeit von 39 auf 40 Stunden vor.

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