Schwanenliebe in Münster
Ungleiches Schwanenpärchen erlebt zweiten Frühling

Einige aufgeregte Flügelschläge und „Petra“ ist wieder im Wasser des Aasees - zurückgekehrt an den Ort, wo ihre Liebe zu einem Tretboot in Schwanengestalt im vergangenen Frühjahr erblüht war. Aus den Armen von Zoodirektor Jörg Adler befreit, schwimmt die schwarze Schwanendame in Windeseile zu ihrem Auserwählten, dem deutlich größeren und weißen Plastikpartner.

dpa MÜNSTER. Nach Monaten im Winterquartier des Münsteraner Zoos findet die Liebesgeschichte von Deutschlands bekanntestem Schwanenpärchen nun seine Fortsetzung in freier Wildbahn. Mit einem Motorboot und in Begleitung dutzender Journalisten und Schaulustiger wurde „Petra“ am Mittwoch einmal über den Aasee geschippert - immer mit Blickkontakt zum Tretboot, das im Schlepptau folgte.

Am Vormittag setzt sich der Tross vom Zoo am Stadtrand aus in Bewegung. Während die „Schwarze Petra“ den umgekehrten Weg im vorigen Herbst noch schwimmend zurückgelegt hatte, darf sie nun auf den Arm. Anstrengend ist die neuerliche Umsiedlungsaktion dennoch: Immer wieder muss Zoochef Adler auf dem Weg von einem Tierpark-Teich zu einen nahen Seitenkanal des Aasees anhalten, um Fragen der zahlreichen Medienvertreter zu beantworten oder samt „Petra“ für Fotos zu posieren. Ähnlich hindernisreich wird der eigentlich nur einige hundert Meter lange Wasserweg zum anderen Ende des innerstädtischen Aasees. Leicht verschüchtert lässt „Petra“ - auf dem Schoss von Jörg Adler - die neuerliche Umsiedlung über sich ergehen.

„Etwas Wehmut“ fahre mit, gesteht Adler, aber „wir werden uns wiedersehen“, schließlich jogge er regelmäßig am Ufer des Aasees entlang und könne so nach dem Schwan gucken. Zu verdanken hat er seinem Schützling auf Zeit einiges: Die Besucherzahlen schnellten seit dem Umzug in den Zoo nach oben, die Millionen-Marke wurde erstmals seit 30 Jahren wieder geknackt. Der Wunsch allerdings, „Petra“ dauerhaft im Zoo zu behalten und sie in der eigenen Trauerschwan-Gruppe mit einem Junggesellen zu verkuppeln, scheiterte an der unerschütterlichen Tretboot-Treue der „Schwarzen Petra“ wie auch an offenen Attacken der echten Artgenossen.

Fast zwei Stunden nach Umzugsstart macht Peter Overschmidt, Segelschulbetreiber und Besitzer des Schwanentretboots, die Leinen fest in seinem kleinen Hafen. „Petra“ wird in die Freiheit entlassen, einige Zaungäste beklatschen ihren vorerst letzten Umzug. Dem Tretbootverleih dürfte „Petra“ wieder zusätzliche Kundschaft bescheren und der Presse wohl noch weitere Schlagzeilen: „Aber bestimmt nicht mehr so viele wie im letzten Jahr. Schließlich gibt es ja auch noch „Knut““, sagt Overschmidt mit einem Lächeln und Bezug auf das derzeit in Sachen Tiergeschichten die Medien beherrschende Berliner Eisbär-Baby.

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