Schwere der Schuld festgestellt
Lebenslange Haft für Sexualmorde

Ein 29 Jahre alter Krankenpfleger ist vwegen Sexualmordes an zwei Mädchen vom Landgericht Bayreuth zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Die Jugendkammer ordnete zudem seine Unterbringung in einer psychiatrischen Klinik an und stellte die besondere Schwere der Schuld fest.

BAYREUTH. Damit ist eine Haftentlassung nach 15 Jahren ausgeschlossen. Die Richter entschieden sich für eine Verurteilung nach Erwachsenenstrafrecht, was wegen des jugendlichen Alters des Angeklagten bei der ersten Tat zunächst zweifelhaft war. Der 29-Jährige nahm das Urteil ohne jede äußere Regung auf.

Nach Überzeugung des Gerichts hatte der 16-Jährige im Januar 1993 die gleichaltrige Melanie aus Kulmbach mit 45 Messerstichen getötet. Auch die Ermordung seiner 14 Jahre alten Nichte Julia im August 2004 gehe auf sein Konto.

Seit 1992 habe der Angeklagte der Wunsch verspürt, ein Mädchen zu überfallen. Als ihm in der Nacht vom 8. auf den 9. Januar 1993 Melanie auf der Straße begegnete, erschien ihm diese als das „perfekte Opfer“, sagte der Vorsitzende Richter. Ohne Vorwarnung habe der Angeklagte auf das Mädchen eingestochen. Von ihrer Gegenwehr überrascht habe er die 16-Jährige spätestens beim dritten der 45 Stiche töten wollen. Der Angeklagte sei davon ausgegangen, das Mädchen würde nach den Stichen zusammenbrechen und ihm erlauben, es zu entkleiden und zu betrachten.

Der Mord an seiner Nichte Julia wurde nach Überzeugung des Gerichts durch Vergewaltigungsfantasien des Angeklagten ausgelöst. Durch die Vergewaltigung seiner Nichte habe sich der 29-Jährige den „ultimativen sexuellen Kick erhofft“, sagte der Richter. Als die 14- Jährige die Absicht ihres Onkels durchschaute und flüchten wollte, habe er sie niedergestochen. Da sein „Vergewaltigungsplan gescheitert“ war, habe er sie mit drei weiteren Stichen getötet.

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