Schwester hatten mit Unterschrift Operation gebilligt
Stiefvater der Zwillinge erwägt Klage gegen Klinik

Die Särge mit den Leichnamen der Siamesischen Zwillinge Ladan und Laleh Bijani sind am Freitag in Schiras, der Hauptstadt der südiranischen Provinz Fars, eingetroffen.

HB/dpa SCHIRAS. Mehrere tausend Menschen, darunter auch die leiblichen Eltern der Zwillinge, nahmen am Flughafen in Schiras an den Trauerzeremonien teil. Die Zwillinge werden an diesem Samstag in ihrem Geburtsort Firusabad beigesetzt.

Die 29-jährigen Geschwister waren am vergangenen Dienstag in Singapur rund 50 Stunden nach Beginn ihrer operativen Trennung kurz nacheinander an den Folgen des Eingriffs gestorben. Die Zwillinge, die am Kopf zusammengewachsen waren, hatten nach Angaben der Raffles- Klinik bei der Trennung der Gehirne zu viel Blut verloren. Ihr Stiefvater Alireza Safaian, selbst Arzt, will die Klinik jetzt verklagen.

Die Schwestern hatten mit ihren Unterschriften die Operation in Kenntnis aller Risiken gebilligt. Safaian sagte allerdings nach der Todesmeldung am Dienstag, dass seine beiden Stieftöchter ermordet worden seien, weil von vornherein das fatale Ergebnis der Operation festgestanden habe.

Safaian hatte bereits in der 80er Jahren zusammen mit einem Kinderarzt mehrere Untersuchungen vorgenommen, um die Möglichkeit einer Trennung der Zwillinge zu prüfen. Aber sowohl die Tests in Iran als auch andere in Deutschland führten zu keinen positiven Ergebnissen. Zumindest eines der beiden Kinder würde eine Operation nicht überleben, lauteten die Diagnosen.

Obwohl die Stiefeltern gegen eine Operation waren, wollten die Zwillinge jedoch um jeden Preis dieses Risiko eingehen. Als sie dann von einer erfolgreichen Operation an zusammengewachsenen Babys in Singapur hörten, setzten sie alles daran, in die Raffles-Klinik zu kommen.

Die Familie Safaian in Teheran hatte die Zwillinge adoptiert, weil die leiblichen Eltern - der Vater ein Schäfer, die Mutter Hausfrau - sie nicht behalten konnten oder wollten. Stiefvater Alireza, der selbst einen Sohn und eine Tochter hatte, übernahm auch die ärztliche Pflege der Zwillinge.

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