Sechster Roman ist jetzt erschienen
"Harry Potter" erobert bereits das Internet

Seit Mitternacht ist der neue Harry Potter-Roman im Handel. Vor vielen Läden hatten sich lange Schlangen aufgeregter Fans gebildet, von denen sich etliche als Hexen und Zauberer verkleidet hatten. Nur wenige Stunden nach der weltweiten Veröffentlichung sind die ersten vier Kapitel des neuen Harry-Potter- Romans bereits zum Download im Internet zu haben.

HB LONDON/BERLIN. Auf einem kostenpflichtigen, aber öffentlich zugänglichen Rechner in den USA findet sich eine entsprechende Datei im weit verbreiteten „pdf“- Format. Viele Potter-Fans machen sich einen Sport daraus, den Text möglichst schnell zu scannen und online verfügbar zu machen.

An diesem Sommerwochenende lesen Millionen Kinder rund um den Globus das gleiche Buch - den neuen Harry Potter. Der sechste und vorletzte Band der Serie, „Harry Potter and the Half- Blood Prince“, wurde am Samstag um Mitternacht britischer Zeit (1.00 Uhr MESZ) zum Verkauf freigegeben. Binnen 24 Stunden sollten nach Schätzungen weltweit zehn Millionen Exemplare verkauft werden. In Großbritannien öffneten mehr als 1000 Buchläden schon um Mitternacht. Vor vielen standen lange Schlangen. Ähnlich war es in den USA, in Brasilien, Indien, Australien und auf den Philippinen.

Auch in Deutschland öffneten einige Buchhandlungen in der Nacht. Allein die deutsche Sparte des Online-Händlers Amazon verschickte mehr als 150 000 Bücher. Allerdings müssen die Leser Englischkenntnisse mitbringen: Die deutsche Übersetzung erscheint erst am 1. Oktober. Die Autorin Joanne K. Rowling (39) las kurz nach Mitternacht in ihrer schottischen Heimatstadt Edinburgh einen kurzen Auszug aus dem neuen Buch vor. Ein Saal auf der Burg Edinburgh Castle war dafür als Zauberschule Hogwarts hergerichtet worden. 70 junge Reporter aus mehreren Ländern und viele andere Kinder hörten ihr zu und klatschten laut Beifall. „Ich habe meine Tochter mit einem Buch zu Hause gelassen“, erzählte Rowling. „Auch für sie ist es das erste Mal, dass sie es in der Hand hat. Als ich weggegangen bin, hat sie gerade über was gelacht. Das hat mir natürlich Mut gemacht.“ Das neue Buch gebe „eine Menge Antworten“ auf Fragen, die kundige Potteristen schon lange beschäftigten.

Bollerschüsse in USA

Mit Böllerschüssen und Konfetti haben Tausende „Harry Potter“-Fans in den USA und Kanada den lang erwarteten Verkaufsstart des sechsten Buches um den Zauberlehrling gefeiert. Bei einem Straßenfest im New Yorker Stadtteil Soho brachen 4000 Anhänger von Harry Potter, viele von ihnen als Zauberer oder Hexen verkleidet, um Mitternacht (Ortszeit) in Jubel aus.

Am Times Square standen gut 1000 Leser für „Harry Potter and the Half-Blood Prince“ bis zu 16 Stunden in einer Schlange, die sich über mehrere Straßenzüge zog. In New Yorks größter Buchhandlung am Union Square wurde die verbleibende Zeit bis zur „Geisterstunde“ auf einer großen roten Leuchttafel schon viele Stunden zuvor angezeigt. Als es endlich so weit war, legte sich ein dichter grauer Kunstnebel über die Wartenden, während ein anderes Gerät den Spuk mit Gruseltönen untermalte.

... und der Mörder ist ...

Unter anderem enthüllt Band 6 die dunkle Biografie von Harrys Gegenspieler Lord Voldemort. Professor Snape, der Zaubertrank-Lehrer, mit dem Harry von Anfang an nicht zurechtkam, zeigt sein wahres Gesicht. Und wieder wird eine der Hauptfiguren mit dem Fluch „Avada Kedavra“ ermordet - diesmal eine besonders beliebte: Es ist Albus Dumbledore, der Leiter von Hogwarts, auf dessen Ableben in den vergangenen Wochen schon viele Wetten bei den Londoner Buchmachern eingegangen waren.

Der Täter ist nicht der Dunkle Lord selbst, sondern ein zwielichtiger Charakter, der schon seit Band 1 eine wichtige Rolle spielt. Damit muss Harry den Endkampf gegen Lord Voldemort im siebten und letzten Band nun allein bestehen. Nach einem zaghaften Kuss im vorigen Band kommen die mittlerweile 16-jährigen Schüler nun etwas schneller zur Sache. Wie von vielen erwartet, finden Harrys beste Freunde Ron und Hermine zunehmend Gefallen aneinander. Harry selbst hat diesmal nichts mit Mitschülerin Cho, sondern geht mit Rons Schwester Ginny.

Bereits mehr als 270 Millionen "Potter" verkauft

Der britische Sender BBC brachte schon am Samstagmorgen eine erste Rezension des Bandes. Der Kritiker Darren Waters zeigte sich enttäuscht: „Da stimmt etwas nicht“, meinte er. „In vielerlei Hinsicht ist dieses Buch nur die Vorbereitung auf Rowlings letzten Band. Zu große Teile des Buches sind entweder eine Wiederholung von Altbekanntem oder beschränken sich darauf, Handlungsstränge und Figuren in die richtige Ausgangsposition (für den Schlussband) zu bringen.“

Von den ersten fünf Bänden sind weltweit mehr als 270 Millionen Stück verkauft worden. In Deutschland ist Harry Potter unter 6- bis 16-jährigen bekannter als Bundeskanzler Gerhard Schröder. Rowling, die ihren Helden vor 15 Jahren auf einer Zugfahrt nach London erfand, ist durch ihn zur reichsten Frau Großbritanniens geworden. Die „Sunday Times“ schätzt ihr Vermögen zurzeit auf 750 Millionen Euro.

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