Sexvideo illegal veröffentlicht
Hulk Hogan bekommt noch 25 Millionen mehr

Wrestling-Legende und Schauspieler Hulk Hogan wird für ein illegal veröffentlichtes Sexvideo reichlich entschädigt. Eine Jury sprach dem 62-Jährigen jetzt noch einmal 25 Millionen Dollar mehr Schadenersatz zu.

Clearwater, DüsseldorfDie Millionen-Entschädigung für Ex-Wrestler Hulk Hogan im Gerichtsstreit um ein wohl heimlich gedrehtes und unerlaubt veröffentlichtes Sexvideo fällt mit 140 Millionen Dollar noch höher aus. Insgesamt soll Hogan (62) von der Internetplattform „Gawker“ und „Gawker“-Gründer Nick Denton umgerechnet etwa 125 Millionen Euro erhalten, wie US-Medien berichteten. „Danke Gott, ich bin dankbar“, twitterte Hogan am Dienstag, nach der Entscheidung. Am Freitag hatten Geschworene in Florida Hogan bereits 115 Millionen Dollar (etwa 100 Millionen Euro) als Ausgleich für seinen finanziellen und seelischen Schaden zugesprochen.

Am Montag (Ortszeit) stimmte die Jury einem zusätzlichen Strafschadenersatz in Höhe von rund 25 Millionen Dollar zu. „Gawker“ hat bereits angekündigt, Berufung gegen das Urteil einzulegen, womit die Summe wieder sinken könnte.

Die Jury stellte sich mit ihrer Entscheidung hinter Hogan, der mit echtem Namen Terry Bollea heißt und der durch die Veröffentlichung des Videos auf der Internetplattform seine Privatsphäre verletzt sah. Nachrichten-Websites wie „Gawker“, die häufig über Prominente berichten, sehen das Recht von Promis auf Privatsphäre wegen deren großer Bekanntheit häufig geschmälert.

Das rund 30-minütige Sexvideo soll aus dem Jahr 2007 stammen und zeigt den ehemaligen Sportler beim Sex mit der damaligen Frau seines einst besten Freundes. Laut Hogans Aussage vor Gericht hatte ihn der Freund zum Sex mit seiner Frau ermutigt. Vom Video war ihm damals nichts bekannt. „Gawker“ hat 2012 eine gekürzte Version monatelang im Netz gezeigt und damit Millionen Klicks generiert.

Nach Einschätzung einer Rechtsprofessorin der State University in Buffalo könnte der Fall die Berichterstattung amerikanischer Medien über das Privatleben Prominenter nachhaltig beeinflussen. Letztlich schätze die Jury im Fall Hogan zu viel Pressefreiheit als gefährlich ein, sagte Samantha Barbas der „Washington Post“. „Viele Menschen sind angeekelt von der Weise, wie die Medien den öffentlichen Raum verderben.“

Einige US-Bundesstaaten haben bereits Gesetze zu sogenannten Rachepornos („Revenge Porn“) verabschiedet. Sie sollen davor schützen, dass ehemalige Partner freizügige oder intime Fotos und Videos aus Eifersucht oder Wut öffentlich machen.

Hogan selbst, der Mann, der die choreographierten Schaukämpfe des US-Unternehmens WWE Anfang der 1980er-Jahre weltweit populär machte, galt lange als unerreichbare Ikone des Business. Er versuchte sich auch mal mehr, mal weniger erfolgreich als Schauspieler. In seine Fußstapfen trat um die Jahrtausendwende Dwayne „The Rock“ Johnson, der neben seiner erfolgreichen Filmkarriere immer wieder Auftritte im Ring feiert. Hogan machte zuletzt durch die schmutzige Scheidung von seiner Frau Linda von sich reden, die ihn einen erheblichen Teil seines Vermögens kostete.

Ein Comeback als Gastmoderator bei der WWE endete ebenso unrühmlich, nachdem der Wrestling-Konzern auf rassistische Äußerungen des Superstars mit der fristlosen Kündigung reagierte und Hogan aus sämtlichen Aufzeichnungen streichen ließ.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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