Sieben Matrosen warten auf Rettung
Noch Luft für 24 Stunden im U-Boot

Ein U-Boot der russischen Marine hat sich im Pazifischen Ozean in einem Fischernetz verfangen und sitzt in 200 Meter Tiefe fest. Für die sieben Matrosen wird die Zeit knapp. Nach jüngsten Angaben der Marine reicht ihr Luftvorrat nur noch für 24 Stunden.

HB MOSKAU. Zunächst hatten die russischen Behörden von Sauerstoffvorräten für vier Tage und dann für zwei Tagen gesprochen. Das Unglück hatte sich fast genau fünf Jahre nach dem Untergang des Atom-U-Bootes „Kursk“ ereignet. Das kleine für Rettungseinsätze gebaute U-Boot liegt in 190 Meter Tiefe vor der Halbinsel Kamtschatka auf Grund.

In dem U-Boot herrsche eine Temperatur von fünf Grad. „Die Besatzung trägt kältefeste Kleidung“, zitierte die Agentur RIA- Nowosti einen Offizier. Derzeit werde die Möglichkeit geprüft, Rettungsgerät aus den USA zur Unglücksstelle zu fliegen, sagte ein Sprecher der russischen Seestreitkräfte am Freitag in Moskau. Das U- Boot vom Typ Pris habe sich bei einer Übung in einem Schleppnetz am Meeresboden verfangen, sagte der Kommandeur der Pazifikflotte, Admiral Viktor Fjodorow.

Im Gegensatz zu dem Moskauer Verhalten beim Untergang des Atom-U- Bootes „Kursk“ forderte Russland diesmal rasch internationale Hilfe an. Vier japanische Kriegsschiffe nahmen Kurs auf die Berjosowaja- Bucht, in der das Mini-U-Boot festliegt. Ein russisches Schiff versuchte mit einem Anker das Tauchboot oder das Schleppnetz zu erfassen.

Die US-Marine wird nach Informationen des Senders CNN den in einem gesunkenen Mini-U-Boot eingeschlossenen russischen Matrosen zur Hilfe kommen. Danach haben sich die USA entschlossen, ein Rettungsfahrzeug zu einer russischen Basis im Pazifik zu fliegen. Von dort solle es dann auf ein russisches Schiff gehievt und zur Unglücksstelle vor der Halbinsel Kamtschatka gebracht werden, meldete CNN am Freitag unter Berufung auf das US- Militär weiter.

Der Sprecher der russischen Pazifikflotte, Oberst Alexander Kosopalow, sagte, die Matrosen seien nicht verletzt, und die Marine stehe in Kontakt mit ihnen. Vor einem Rettungsversuch solle ein ähnliches U-Boot zunächst genauere Informationen über die Lage des so genannten Bathyskaphs liefern. In der Region seien neun Kriegsschiffe unterwegs, die bei der Rettung helfen könnten. Berichten zufolge liegt die AS-28 zwischen 75 und 200 Kilometer südlich der Hauptstadt von Kamtschatka, Petropawlowsk-Kamtschatski.

Die Mini-U-Boote der Typen Pris und Bester wurden zur Rettung von Seeleuten aus U-Booten gebaut. Beim Untergang der „Kursk“ mit 118 Toten im August 2000 konnten sie indes nichts ausrichten.

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