Stimmen zu Benedikt XVI.
Ausländische Presse mit Wahl unzufrieden

Der deutsche Papst stößt in der ausländischen Presse auf Widerstand - nicht wegen seiner Nationalität, sondern wegen seiner Überzeugungen. Von einer germanisch-akzentuierten Fortführung des Pontifikats Johannes Pauls II. ist die Rede. Ein anderer Kommentator traut Benedikt XVI. aber durchaus Reformen zu, gerade weil er den Vatikan perfekt von Innen kenne.

„The Independent“, Großbritannien: Diese Wahl verärgert viele
„Die Wahl einer so reaktionären Gestalt wird auch viele außerhalb der Kirche verärgern. In zentralen Fragen wie der Verbreitung von Aids in Afrika und Asien, der Unterdrückung von Frauen in der Dritten Welt oder der Position von Homosexuellen in der Gesellschaft hat die katholische Kirche ihre Stimme erhoben und damit großen Schaden verursacht. Papst Benedikt XVI. mag das Charisma von Johannes Paul fehlen, aber er wird wahrscheinlich genauso wie dieser seine politischen Ansichten von sich geben und sich traurigerweise mit ebenso großer Wahrscheinlichkeit auf die falsche Seite schlagen. Der weiße Rauch aus dem Schornstein des Vatikans hat eine schnelle Entscheidung bekannt gegeben - und die Fortsetzung des Krieges des Vatikans mit der modernen Welt.“

„The Guardian“, Großbritannien: Eine verpasste Gelegenheit
„Benedikt XVI., der Papst, der ehemals als Kardinal Joseph Ratzinger bekannt war, ist die konservativste, aber intern vielleicht am wenigsten umstrittene Wahl, die das Konklave der 115 Kardinäle hätte treffen können. Die strenge Linie Johannes Pauls II., deren Folgen so hart sein konnten, wird fortgesetzt werden. In der Ökumene (den Begriff „Schwesterkirchen“ hat er verboten), bei der Stellung der Frau (die Unmöglichkeit ihrer Ordination bezeichnet er als „unfehlbare Lehre“) und in der Sozialpolitik wird er sich wohl kaum in eine Richtung entwickeln, die der Kirche in Europa und den USA mit ihren schwindenden Mitgliederzahlen neuen Mut machen oder sie gar inspirieren könnte. (...)“

„New York Times“, USA: Neuer Papst setzt europäische Tradition fort
„Da fast alle Kardinäle, die sich zur Wahl eines neuen Papstes versammelt hatten, von Johannes Paul II. Berufene waren, ist es wahrscheinlich nicht ganz so überraschend, dass sie jemanden wählten, der möglichst nahe an den alten Pontifex herankommt. Kardinal Ratzinger, der neue Papst Benedikt XVI., arbeitete eng mit seinem Vorgänger zusammen und teilte den Glauben an eine orthodoxe katholische Lehre. Es gibt keinen Grund irgendeine Änderung zu erwarten. (...) Wie sein Vorgänger ist Benedikt XVI. kein Italiener, aber er setzt die lange Tradition europäischer Päpste fort, in einer Zeit in der die Mitgliederzahlen der Kirche außerhalb Europas wächst. (...)“

„Washington Post“, USA: Benedikt XVI. kann viel Gutes tun
„(...) Papst Benedikt XVI. kann viel Gutes tun, wenn er sich klar und offen gegen Bigotterie und religiöse Vorurteile äußert, von denen es in dieser Welt zu mehr als genug gibt. Wir hoffen auch, dass dieser Papst, wie sein Vorgänger, sich gegen die Diktatoren dieser Welt stellt und sich für die freie Glaubensausübung von Katholiken und anderen einsetzt. (...) Und natürlich hoffen wir, dass ein bewundernswerter „erwachsener Glauben“ nicht heißt, dass die Kirche weiterhin die Verteilung von Kondomen in Afrika und anderen Entwicklungsländern verhindert. (...) Wir hoffen auch, dass der neue Papst den Mut hat, schnell und bestimmt deutlich zu machen, dass er beim Missbrauch von Kindern durch Priester eine Politik der Null-Toleranz verfolgt.“

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