Streit um MS Deutschland
Deutsche Flagge weht weiter am Heck des Traumschiff

Für manche Fans des ZDF-„Traumschiff“ war der Gedanke unerträglich: Ihre „MS Deutschland“ sollte aus Kostengründen künftig unter der Flagge Maltas fahren. Diese Pläne sind nun vom Tisch, die Reederei lenkte ein.
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Neustadt/LondonLag es am öffentlichen Aufsehen oder am Eingreifen des Bundespräsidenten? Tagelang schlugen die Wellen rund um das „Traumschiff“ hoch. Dann drehte die Reederei am Montag überraschend bei: Der Flaggenstreit um das Lieblingsschiff der Fernsehnation ist beendet. Die „MS Deutschland“, die gerade als Hotelschiff für Olympia-Besucher und Prominente in London vor Anker liegt, bleibt deutsch. Sie wird nicht ausgeflaggt.

„Der Malteser bleibt im Schrank, jetzt müsst ihr uns aber auch alle dabei helfen“ - so kommentierte Geschäftsführer Konstantin Bissias von der Reederei Peter Deilmann die Wende. Denn wochenlang war das Schreckgespenst durch die Medien gegeistert, das Renommierschiff werde in Zukunft unter der Flagge Maltas über die Weltmeere fahren. „Das ist so, als würde man das Brandenburger Tor an die Chinesen verkaufen“, hatte Kapitän Andreas Jungblut kritisiert. Er hatte vehement und öffentlich gegen die Pläne Front gemacht und damit auch ein Zerwürfnis mit seinem Arbeitgeber riskiert.

Jungblut war vergangene Woche in seinem Urlaub nach London geflogen, wo die „Deutschland“ vor Anker liegt. Am Wochenende hatten Meldungen dann für Aufregung gesorgt, er sei von Bord verwiesen worden. „Ein Missverständnis“, sagte Reedereisprecherin Kornelia Kneissl. Auch Bissias betonte: „Wir setzen darauf, dass unsere Kapitäne Andreas Greulich und Andreas Jungblut unser Traumschiff auch weiterhin sicher über die Meere führen.“

Erleichtert zeigte sich auch die Gewerkschaft Verdi, bei der ein Großteil der etwa 280 Besatzungsmitglieder organisiert ist. „Ohne das klare Signal der Besatzung und ihres Kapitäns, für Arbeitsbedingungen und Löhne kämpfen zu wollen, wäre dieses Ergebnis nicht zustande gekommen", sagte der Verdi-Schifffahrtsexperte Karl-Heinz Biesold.

„Wir fahren so lange es möglich ist unter deutscher Flagge, dies liegt aber auch stark an den politischen Rahmenbedingungen“, sagte Bissias. „Jetzt hoffen wir auf die Hilfe all derer, die sich in den vergangenen Tagen so nachdrücklich für die deutsche Flagge eingesetzt haben“, sagte Bissias. Dazu gehöre die Treue der Gäste ebenso wie eine weiterhin verantwortungsvolle Tarifpolitik von Verdi. Vor allem aber setze die Reederei darauf, dass der maritime Koordinator der Bundesregierung, Hans-Joachim Otto, die Schifffahrtsförderung tatsächlich deutlich erhöhe, wie er es in Aussicht gestellt habe, heißt es in einer Mitteilung der Reederei.

Otto wertete es als positives Signal für die deutsche Flagge, dass die Reederei ihre Pläne geändert habe. „Wie stark die Faszination und damit auch das wirtschaftliche Potential der "MS Deutschland" als dem Flaggschiff der deutschen Kreuzschifffahrt ist, zeigt unter anderem der anhaltende Erfolg der TV-Serie "Traumschiff"“, sagte er. Zur kritisierten Kürzung der Reedereihilfen um mindestens 80 Prozent, die Deilmann als Grund für die geplante Ausflaggung genannt hatte, war in der ersten Reaktion des FDP-Politikers nicht die Rede.

Seit 1999 ist die „Deutschland“ als Traumschiff in der gleichnamigen ZDF-Serie unterwegs. Das Fernsehen hat das Schiff einem Millionenpublikum bekanntgemacht. Für viele war es allein schon deshalb undenkbar, dass das „Traumschiff“ künftig mit der Flagge Maltas am Heck über die Meere fahren könnte.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Kann mir jemand erklären warum wir kreuzschifffahrende Touristen mit Steuergeldern subventionieren müssen??? Da unterstütze ich ja lieber noch Griechenland.

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