Studentin steckt sich in Forschungslabor an
Neue Fälle von Sars in China

Nach der Bestätigung neuer Sars-Fälle steigt in China die Angst vor einem neuen Ausbruch der tödlichen Lungenkrankheit.

HB PEKING. Angesichts der bevorstehenden Reisewelle zum Mai-Feiertag rief die chinesische Regierung die Bevölkerung der südlichen Provinz Anhui auf, umgehende Maßnahmen zur Eindämmung der Krankheit zu ergreifen. Mehr als 300 Personen wurden unter Quarantäne gestellt.

Experten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) äußerten sich besorgt, warnten jedoch vor Panik. „Die Infektionen, die wir bisher beobachtet haben, sind durch engen Kontakt zwischen vermutlich mit Sars infizierten Personen zu Stande gekommen“, sagte WHO-Sprecher Bob Dietz am Sonntag. Erst wenn eine „effektive Übertragung“ in der Bevölkerung auftauche, könne die Lage so bedrohlich wie im vergangenen Jahr werden. Damals waren 774 Menschen an SARS gestorben, davon 349 auf dem chinesischen Festland.

Die neuen Fälle des Schweren Akuten Atemwegsyndroms tauchten ausgerechnet in einem Forschungslabor zur Untersuchung der Krankheit in Peking auf. Die Gesundheitsbehörden bestätigten zunächst eine Infektion bei einer Labormitarbeiterin und einer Krankenschwester, die die Erkrankte betreut hatte. Am Sonntag wurden vier weitere Verdachtsfälle in Peking gemeldet.

Zuvor war der Tod einer Frau in Anhui bestätigt worden, die nach WHO-Angaben SARS-Symptome zeigte. Es handelt sich um die Mutter der infizierten Labormitarbeiterin, die sich vermutlich bei ihrer Tochter infizierte. Die 26 Jahre alte Medizinstudentin habe sich mittlerweile weitgehend erholt, berichtete die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua. Die Infektionen in einem Forschungslabor seien eine Peinlichkeit für China, sagte WHO-Sprecher Bob Dietz. Die erkrankte Labormitarbeiterin und ihre Mutter hätten mehrere Zugreisen unternommen und das Virus so möglicherweise verbreitet.

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