Südkorea
Militär fasst flüchtigen Soldat nach Selbstmordversuch

Er hat offenbar fünf Kameraden ermordet, schoss bei der Flucht um sich und hat nun versucht, sich das Leben zu nehmen: Das Drama um den südkoreanischen Soldaten findet ein Ende, das Militär hat ihn festgenommen.
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SeoulEnde eines Nervenkrieges: Das südkoreanische Militär hat am Montag nach stundenlanger Belagerung den jungen Soldaten gefangen genommen, der am Wochenende fünf Kameraden getötet und sieben weitere verwundet haben soll. Vor seiner Festnahme versuchte der 22-jährige Unteroffizier vergeblich, sich umzubringen, wie das Verteidigungsministerium in Seoul erklärte. Der junge Mann habe sich in den Bauch geschossen. Er sei in ein nahes Krankenhaus gebracht worden.

Seit Sonntag hatte das Militär den Unterschlupf des geflohenen Soldaten belagert und dessen Eltern eingeschaltet, um ihn zur Aufgabe zu bewegen. Diese wandten sich über Handy und Lautsprecher an ihren Sohn. Der junge Mann soll am Samstagabend in einem Außenposten an der scharf bewachten Grenze zu Nordkorea eine Handgranate gezündet und auf seine Kameraden geschossen haben. Anschließend floh er mit seiner Waffe und Munition. Seine Motive sind unklar.

Auf der Flucht schoss er am Sonntag nach Darstellung des Militärs auch auf Soldaten, die ihn jagten, und verletzte einen Zugführer. Am Montag wurde nach offiziellen Angaben ein weiterer Soldat vermutlich versehentlich durch Kameraden verletzt.

Der 22-Jährige sollte nach Angaben des Militärs im September seinen zweijährigen Pflichtdienst abschließen. Ein Persönlichkeitstest soll ihm im April 2013 Schwierigkeiten bescheinigt haben: Er benötige besondere Aufmerksamkeit und er solle nicht an der Front stationiert werden. Eine weitere Überprüfung im November habe aber Verbesserungen festgestellt, hieß es aus dem Verteidigungsministerium.

Der Soldat war in der Provinz Gangwon östlich der Hauptstadt Seoul an einem Außenposten an der Grenze zu Nordkorea stationiert. Hunderttausende Soldaten stehen sich auf beiden Seiten gegenüber. Es gab zunächst keine Anzeichen, dass das verfeindete Regime in Nordkorea in den Vorfall verwickelt sein könnte.

Agentur
ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur

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