Südsee
Samoa bejubelt Einführung des Linksverkehrs

Die Umstellung von Rechts auf Linksverkehr im Südseestaat Samoa hätte in einem riesengroßen Chaos enden können. Doch abgesehen von kleineren Blechschäden war das Gegenteil der Fall. Die Samoer entpuppten sich als ausgesprochen experimentierfreudig.

HB SIDNEY. Viele der rund 20 000 Autofahrer stürzten sich entgegen den Warnungen gleich in den Verkehr, um das neue System auszuprobieren, berichteten Lokalsender.

Die ehemalige deutsche Kolonie hat sich damit den Verkehrsregeln der anderen Südsee-Inseln angeschlossen. Die bislang vor allem aus den USA importierten Autos mit dem Steuer auf der linken Seite wie in Deutschland sollen langsam gegen rechtsgesteuerte Fahrzeuge ausgetauscht werden. Die Umstellung soll billigere Autoimporte aus Australien und Neuseeland ermöglichen, wo ebenfalls links gefahren wird.

Pünktlich um 6 Uhr morgens (Montag 19 Uhr MESZ) läuteten in dem Inselstaat mit 180 000 Einwohnern die Kirchenglocken die Verkehrsänderung ein. "Nur wer über 21 ist, sollte fahren, und setzt euch nicht ans Steuer, wenn ihr müde seid, getrunken habt oder mit eurer Frau gestritten habt", wies Regierungschef Tuilaepa Sailele seine Landsleute in einer Radioansprache an. Der Politiker ging selbst auf Nummer sicher: Er wagte sich zwar wie versprochen auf die Straße, ließ sich aber von einem Chauffeur über die Hauptinsel Upolu kutschieren.

In der Hauptstadt Apia herrschte Party-Stimmung, berichtete der Rundfunk - obwohl sich eigentlich zwei Drittel der Einwohner gegen die Änderung ausgesprochen hatten. Die Regierung hatte zur leichteren Umstellung zwei Feiertage verkündet. Samoa liegt etwa auf halbem Weg zwischen Neuseeland und Hawaii.

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